Autokonzern steigt bei Mitsubishi aus
Daimler-Chrysler zieht die Notbremse

Daimler-Chrysler hat am späten Donnerstagabend beschlossen, an der von Mitsubishi Motors geplanten Kapitalerhöhung nicht teilzunehmen und sich anscheinend überraschend ganz vom angeschlagenen japanischen Partner zu trennen.

HB STUTTGART/TOKIO. Nur eine Woche bevor Mitsubishi seinen milliardenschweren Sanierungsplan vorstellen wollte, beschlossen die Stuttgarter als größter Aktionär, die finanzielle Unterstützung für den Autohersteller einzustellen und sich von ihrer 37-prozentigen Beteiligung zu trennen.

Für Daimler-Chrysler bedeutet dies einen herben Rückschlag auf dem von Konzernchef Jürgen Schrempp verfolgten Weg zu einem globalen Automobilhersteller und das Ende der bisherigen Strategie in Asien. Für Japans einzigen defizitären Autoproduzenten - die Nummer vier des Landes - könnte der Ausstieg Branchenexperten zufolge das Aus bedeuten. Die Mitsubishi-Gruppe kündigte jedoch an, den angeschlagenen Autokonzern weiter zu unterstützen. „Die drei Unternehmen der Mitsubishi-Gruppe werden weiter das Äußerste tun, um die Erholung von Mitsubishi Motors zu unterstützen“, teilten Mitsubishi Heavy Industries, Mitsubishi Corp und die Bank of Tokyo-Mitsubishi mit.

„Vorstand und Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler haben in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, an der von Mitsubishi Motors geplanten Kapitalerhöhung nicht teilzunehmen sowie die weitere finanzielle Unterstützung für MMC einzustellen“, hatte Daimler-Chrysler nach der Sitzung des Aufsichtsgremiums in der Nacht zum Freitag in Stuttgart mitgeteilt. Die für eine Sanierung von Mitsubishi nötigen erheblichen finanziellen Mittel hätten sich nicht ausgezahlt. Bei den Bemühungen um eine solide Finanzstruktur für Mitsubishi sei „keine Lösung gefunden (worden), die zu einem für Daimler-Chrysler akzeptablen Ergebnis führt“, hieß es in der Mitteilung. „Es hat sich nicht gerechnet. Es gab keinen Business-Plan, der funktioniert hätte“, ergänzte ein Sprecher. Daimler-Chrysler habe vor allem vergeblich auf einen drastischen Schuldenerlass gedrängt, erfuhr Reuters aus Firmenkreisen. MMC ist mit über fünf Mrd. € verschuldet. Nach Ansicht von Branchenexperten droht MMC damit das Aus. „Das ist das Ende, wenn nicht irgendwoher noch frisches Kapital kommt“, erklärte ein Branchenkenner. Auch die japanische Regierung äußerte sich besorgt.

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