Autokonzern streicht rund 900 Stellen
GM setzt Jobabbau durch

Beim Autokonzern General Motors (GM) in Europa ist die Entscheidung für den Abbau von rund 900 Stellen im britischen Astra-Werk in Ellesmere Port gefallen. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird der Konzern den Arbeitsplatzabbau am Mittwoch offiziell verkünden.

FRANKFURT. Gewerkschaftsvertreter konnten bei Verhandlungen am Montagabend das GM-Management nicht mehr umstimmen, hieß es. Allerdings solle der Stellenabbau sozialverträglich gestaltet werden. Die ersten Mitarbeiter seien bereits gestern informiert worden. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown wird am Mittwoch in Ellesmere Port erwartet, um den betroffenen Mitarbeitern Hilfen der Regierung anzubieten.

Im Werk der britischen Opel-Schwestermarke Vauxhall in Ellesmere Port fällt damit noch dieses Jahr eine Astra-Produktionsschicht komplett weg. Die Gewerkschaften konnten sich in den Verhandlungen nicht mit ihrem Vorschlag durchsetzen, den Stellenabbau noch durch eine Arbeitszeitverkürzung in allen derzeitigen Astra-Werken in Europa – neben Ellesmere Port sind dies Bochum, Antwerpen und Gleiwitz in Polen – abzuwenden. GM will mit den Schnitten in England den sich anbahnenden Absatzrückgang seines wichtigsten Modells in Europa, des Kompaktwagens Astra, abfangen. Arbeitnehmervertreter hatten befürchtet, die Schicht werde in Bochum wegfallen. Laut Konzernkreisen hat Ellesmere Port momentan aber die höchsten Kosten im Vergleich der europäischen GM-Werke.

Der Europa-Chef von GM, Carl-Peter Forster, hatte vergangene Woche erstmals die Streichpläne in England bestätigt und eine rasche Entscheidung angemahnt. Die Belegschaft hatte aus Protest gegen die Pläne schon zeitweise die Arbeit niedergelegt und die Produktion zum Stillstand gebracht. Der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa, Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, hatte im Gespräch mit dem Handelsblatt vor einem Arbeitskampf in Ellesmere Port gewarnt, falls das Management den Jobabbau kurzfristig durchdrücken sollte. Forster schlägt damit einen Konfrontationskurs gegenüber der Gewerkschaft ein und setzt ein Signal der Härte.

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