Autokonzern verweigert Kapitalspritze
Daimler-Ausstieg bei Mitsubishi absehbar

Der deutsch-amerikanische Autokonzern Daimler-Chrysler hat überraschend die Notbremse bei seinem angeschlagenen japanischen Partner Mitsubishi Motors (MMC) gezogen.

HB/hz FRANKFURT. Nur eine Woche bevor Mitsubishi seinen milliardenschweren Sanierungsplan vorstellen wollte, beschlossen die Stuttgarter als größter Aktionär, die finanzielle Unterstützung für den Autohersteller einzustellen. In Branchenkreisen gilt damit als sicher, dass sich die Stuttgarter mittelfristig von ihrer 37-prozentigen Beteiligung an den Japanern trennen werden. Ein sofortiger Ausstieg sei jedoch nicht geplant, betonten MMC und Daimler unisono. Die Börse reagierte euphorisch auf den Schritt der Stuttgarter: Die Aktie von Daimler-Chrysler legte zeitweise um 8 % zu. Der Anteilsschein von MMC beendete die Börsensitzung in Japan dagegen mit einem Kurseinbruch von 25 %.

Nach Handelsblatt-Informationen will Daimler trotz des harschen Schnitts die enge Kooperation mit MMC fortsetzen. Die gemeinsamen Projekte mit MMC wie das Motorenwerk in Kölleda, das Projekt eines Weltmotors sowie die für Chrysler wichtige Zusammenarbeit bei den Plattformen für Mittelklassemodelle seien nicht gefährdet, hieß es. Vor allem die Daimler-US-Sparte Chrysler und die Kleinstwagenmarke Smart brächte ein Ende der engen technischen Verzahnung mit den Japanern in immense Schwierigkeiten. Auch am erst kürzlich von MMC mehrheitlich übernommenen japanischen LKW-Bauer Fuso halte Daimler fest.

Experten begrüßten den überraschenden Schachzug Schrempps. Am wichtigsten sei der Umstand, dass Daimler nicht weitere 3 Mrd. Euro in den kränkelnden japanischen Partner pumpen wolle, sagte Frederik Westin, Auto-Analyst von der WestLB. Die Landesbank stufte die Daimler-Aktie auf Outperform von Underperform herauf und setzte das Kursziel auf 40 von 33 Euro hoch. Das schlimmste Szenario sei nun, dass Daimler-Chrysler den 37%-Anteil an Mitsubishi abschreiben müsse, dessen Buchwert 959 Mill. Euro betrage, betonte Adam Collins von der Commerzbank. Die Kooperationsvereinbarungen mit Mitsubishi seien wasserdicht, solange das japanische Unternehmen bestehe.

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