Autokonzerne
Renault will mit GM über Allianz reden

Die Führung des französischen Autoherstellers Renault ist bereit für Gespräche mit dem US-Autobauer General Motors über eine Allianz. Die mögliche Kooperation würde das Machtgefüge in der Branche kräftig durcheinander wirbeln.

HB PARIS. Gespräche über eine Allianz könnten beginnen, sobald General Motors den Vorschlag dazu mache, erklärte Renault nach einer Vorstandssitzung am Montagabend in Paris. Zuvor hatte bereits Renaults japanischer Partner Nissan für Gespräche über eine mögliche Allianz mit GM unter der Bedingung plädiert, dass der US-Konzern dem Vorschlag seines Großaktionärs Kirk Kerkorian zustimmt, der Nissan-Renault-Allianz beizutreten.

Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, Renault und Nissan wollten bis zu 20 Prozent der im Umlauf befindlichen GM-Aktien kaufen. GM-Großaktionär Kirk Kerkorian dringt darauf, dass sich GM der Nissan-Renault-Allianz anschließt.

Renault hält einen 44-prozentigen Anteil am japanischen Autobauer Nissan, der umgekehrt zu 15 Prozent an dem französischen Konzern beteiligt ist. Ein Verbund der drei Autokonzerne würde über einen Marktanteil von nahezu 25 Prozent verfügen und damit Toyota auf Rang zwei verweisen. Eine Zusammenarbeit könnte damit erhebliche Kostensenkungen ermöglichen. In Europa arbeiten Renault und GM bereits bei leichten Nutzfahrzeugen zusammen.

GM ist derzeit mit rund 9 Mill. Fahrzeugen noch der größte Hersteller der Welt, wird aber wohl in naher Zukunft vom japanischen Konkurrenten Toyota überholt werden. Renault-Nissan kommt seinerseits auf gut 6 Mill. produzierte Autos jährlich. Die Franzosen hatten 1999 einen Konzernverbund mit dem damals schwer angeschlagenen Hersteller Nissan gebildet. Beide Firmen sind heute profitabel und arbeiten eng zusammen. Renault ist im Gegensatz zu Nissan bislang nicht auf dem US-Markt vertreten.

Die Arbeitnehmervertreter von GM in Europa befürchten negative Auswirkungen auf die Arbeitsplätze im Fall einer möglichen Allianz zwischen dem weltweit größten Autokonzern und seinen Konkurrenten Renault und Nissan. Das sagte der europäische GM-Betriebsratsvorsitzende, Klaus Franz, in Brüssel während eines Treffens der Arbeitnehmervertreter. So würden zum Beispiel die GM-Tochter Opel und Renault in Europa eine ähnliche Produktpalette anbieten.

GM-Aktien hatten nach diesen Nachrichten zum Wochenausklang an der Wall Street um fast neun Prozent zugelegt. Am Montag gingen sie mit einem Minus von 1,28 Prozent bei 29,41 Dollar aus dem Handel. Renault-Aktien legten in Paris 0,24 Prozent; Nissan-Papiere schlossen in Tokio 0,6 Prozent fester.

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