Autokonzerne
US-Regierung zwingt Chrysler und Fiat zur Kooperation

Unter dem Druck der US-Regierung treiben der Autokonzern Chrysler und sein italienischer Konkurrent Fiat die geplante Allianz voran. Es seien „Rahmenbedingungen“ für einen Einstieg Fiats beschlossen worden, teilte Chrysler am Montagabend mit. Damit reagiert der Autohersteller auf die Forderung von US-Präsident Barack Obama, der weitere Staatshilfen von einer Kooperation abhängig macht.

MAILAND/NEW YORK. Ob die nun geschlossene Rahmenvereinbarung die von der Regierung gestellten Bedingungen erfüllen, ist offen. Chrysler-Chef Bob Nardelli räumte nach Bekanntgaben des Abschlusses zudem ein, es seien noch „weitere hohe Hürden“ in Gesprächen mit Fiat zu überwinden.

Nardelli hatte – anders als GM-Chef Rick Wagoner – von der US-Regierung trotz großer Bedenken noch eine Galgenfrist bekommen. Chrysler müsse mit Fiat innerhalb von 30 Tagen über die angestrebte Beteiligung einig werden. Nur wenn Chrysler das schaffe, werde es die Regierung erwägen, bis zu sechs Mrd. Dollar zu investieren, hieß es in einem Bericht der von Obama beauftragten Arbeitsgruppe zur Beurteilung der Sanierungspläne der US-Autokonzerne. Scheitern die Verhandlungen zwischen den Amerikanern und Italienern doch noch, droht dem drittgrößten US-Autokonzern die Insolvenz.

Ausgerechnet der italienische Autokonzern Fiat wird also nun über das Schicksal von Chrysler entscheiden, da Obama sich nicht von einer tragfähigen Selbstständigkeit Chryslers überzeugen ließ. Mit der Deadline 30. April setzt der US-Präsident die beiden Autobauer nun deutlich unter Druck, die seit Wochen andauernden Verhandlungen vollständig abzuschließen, wenn Chrysler von den Staatshilfen profitieren will. Chrysler hat bereits einen Notfallkredit von vier Mrd. Dollar erhalten und will nun weitere sechs Mrd. Dollar.

Die beiden Autokonzerne hatten Anfang des Jahres bekanntgegeben, dass Fiat mit Chrysler kooperieren und außerdem mindestens 35 Prozent der Aktien übernehmen will. Gestern hieß es, anfänglich solle die Beteiligung bei unter 35 Prozent liegen. Nach der Entschuldung von Chrysler könnte der Fiat-Anteil auf nicht mehr als 49 Prozent steigen. Weitere Details wurden nicht veröffentlicht. Derzeit hält der Private-Equity-Investor Cerberus 80 Prozent an Chrysler. (siehe „Autofan Cerberus“).

Früheren Plänen zufolge wollte Fiat sein Know-how für spritsparende Kleinwagen zur Verfügung stellen, ohne aber Geld auf den Tisch zu legen. Chrysler-Chef Nardelli hat den Wert des Fiat-Technologie-Transfers mit acht bis zehn Mrd. Euro beziffert.

Der Fiat-Konzern hat im vergangenen Jahr bei 59,4 Mrd. Euro Umsatz rund 1,7 Mrd. Euro Gewinn erzielt. Für das laufende Jahr dagegen rechnet die Fiat-Spitze nur noch mit 300 Mio. Euro Nettogewinn. Chrysler fuhr 2008 einen Verlust von acht Mrd. Dollar (6,3 Mrd. Euro) ein.

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