Autokonzerne verzichten auf Preisnachlass
Schefenacker kann wieder nach vorn blicken

Der finanzielle schwer angeschlagene Automobilzulieferer Schefenacker ist gerettet.

HB SCHWAIKHEIM/PORTCHESTER. Die Hauptkreditgeber und der Gesellschafter hätten sich auf einen Plan zur Restrukturierung der Verbindlichkeiten geeinigt, die rund 450 Mill. Euro betragen, teilte Schefenacker am Freitag in Schwaikheim (Rems-Murr-Kreis) mit. „Die Mitarbeiter waren nicht Gegenstand der Verhandlungen“ sagte ein Schefenacker-Sprecher. Für sie ändere sich nichts. In Deutschland sind in mehreren Werken rund 1 700 Menschen in den Bereichen Autospiegel, Leuchten und Sound beschäftigt.

Schefenacker beliefert unter anderem Daimler-Chrysler und VW mit Rückspiegeln. Die Hersteller hatten sich stark dafür eingesetzt, dass die Produktion bei Schefenacker weiterläuft – dafür hätten Sie auch auf die branchenüblichen Preisnachlass-Forderungen verzichtet, hieß es in Branchenkreisen.

Durch die Vereinbarung mit Fonds als Hauptgläubigern und Alleineigentümer Alfred Schefenacker würden der jährliche Aufwand für die Zinszahlungen halbiert und dem Unternehmen 55 Mill. Euro neue flüssige Mittel zugeführt. Schefenacker als einer der weltgrößten Autospiegel-Produzenten werde sich auf das Kerngeschäft konzentrieren und sein Leuchtengeschäft ausgliedern und möglicherweise verkaufen. In diesem Bereich sind in Deutschland etwa 1000 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Schuldensumme von 450 Mill. Euro setzt sich aus einer Anleihe in Höhe von 200 Mill. Euro sowie Bankverbindlichkeiten von 250 Mill. Euro zusammen, die an Spezialfonds verkauft worden waren. So soll die Umstrukturierung laufen: Die Anleihegläubiger sollen ihre Forderungen in fünf Prozent der neu strukturierten Anteile der Holding-Gesellschaft der Schefenacker Gruppe umwandeln. Diese ist eine Plc nach britischem Recht mit Sitz in Portchester in England. 250 Mill. Euro werden in verschiedene Kredit - und Finanzierungsformen umgewandelt, 55 Mill. Euro fließen als frische Mittel an Schefenacker. „Wir restrukturieren die Finanzverbindlichkeiten, ohne den Geschäftsablauf auch nur eines einzigen Unternehmens der Schefenacker zu beeinträchtigen“, sagte Stephen Taylor, der derzeit das Unternehmen als Finanzsanierer leitet.

Das Spiegelproduktion soll ihre Zentrale in Portchester erhalten, wo sich das größte Werk von Schefenacker befindet. Nach der Restrukturierung werden die Anteile der Holdinggesellschaft vorbehaltlich der Beteiligung der Anleihegläubiger in Höhe von fünf Prozent von den Hauptkreditgebern und Alfred Schefenacker gehalten. Einzelheiten wurden nicht genannt, aber in Branchenkreisen hieß es, dass Schefenacker künftig rund ein Viertel der Anteile halten werde.

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