Autokrise
Ausland mag deutsche Autos nicht mehr

Der Noch-Exportweltmeister Deutschland hat ausgerechnet bei seinem wichtigsten Exportgut deutlich Federn lassen müssen. Die Ausfuhr von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen ist im letzten Quartal 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent abgesackt. Und der Autoabsatz in Europa lässt wenig Spielraum für Hoffnung auf bessere Zeiten.

HB WIESBADEN. Der Export von Kraftfahrzeugen und Fahrzeugteilen ist im vierten Quartal 2008 eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sanken die Ausfuhren um 20 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Im Gesamtjahr betrug das Minus 5,4 Prozent gegenüber 2007. Nach einem guten Start ins Jahr 2008 mit Zuwächsen von 1,6 Prozent bis März und 3,9 Prozent zwischen April und Juni gingen die Ausfuhren bereits im dritten Quartal um 7,1 Prozent zurück.

Dennoch blieben Kraftfahrzeuge und Fahrzeugteile im vergangenen Jahr Deutschlands wichtigste Exportgüter. Mit einem Anteil von 17,5 Prozent an den deutschen Gesamtexporten lagen sie vor den Maschinenexporten (14,8 Prozent) und den chemischen Erzeugnissen (13,9 Prozent) an erster Stelle.

Der Autoabsatz in Europa wird nach Einschätzung des Verbandes ACEA in diesem Jahr um 20 Prozent sinken. Die europäischen Autobauer würden ihre Produktion angesichts der anhaltenden Krise voraussichtlich um 25 Prozent drosseln, teilte der Verband der europäischen Automobilhersteller mit. Zugleich forderte die Industrievereinigung von der Politik schnelleren und leichteren Zugang zu den versprochenen Hilfspaketen für die Branche. "Wir sind nicht am Ende des Tunnels. Die Talfahrt hält an", sagte ACEA-Chef Carlos Ghosn, der auch die Autokonzerne Renault und Nissan führt.

Die Autoindustrie, die in der EU einen Umsatz von 780 Milliarden Euro pro Jahr einfährt und 2,3 Millionen Menschen direkt sowie 10 Millionen weitere in anderen Sektoren beschäftigt, benötigt nach Einschätzung Ghosns umgehend 40 Milliarden Euro an Hilfskrediten. Der vom ACEA befürchtete Absatzrückgang von 20 Prozent übertrifft die Prognose der EU-Kommission, die vorigen Monat mit einem Minus von 18 Prozent gerechnet hatte.

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