Autokrise
Autobranche zwischen viel Bangen und wenig Hoffnung

Die Autokrise kennt viele Gesichter. Bei der VW-Tochter Seat in Spanien schlägt die Autokrise böse zu. Laut Medienbericht sollen 5 300 Jobs auf der Kippe stehen. Anders das Bild in Rüsselsheim bei Opel. Hier macht sich Hoffnung breit. Die Produktion des neuen Modells "Insignia" wird hochgefahren. Der koreanische Autobauer Ssangyong hingegen setzt die Produktion aus.

HB MADRID. Die spanische VW-Tochter Seat plant angesichts der Branchenkrise weitere Einschnitte bei Personal und Produktion. Die Bänder des größten Werks nahe Barcelona sollen zwischen Februar und Juni für sieben bis 29 Tage stillstehen, erklärte der Konzern am späten Montagabend. Seat machte zunächst keine Angaben, wie viele Arbeitsplätze von den Einsparungen betroffen sind. Die regionale Zeitung „La Vanguardia“ berichtete, der Konzern wolle 5 300 Arbeitsverträge auflösen.

Bereits seit November hat Seat begonnen, seine Produktion zu drosseln. Davon sind bereits 750 Mitarbeiter in Form von Kurzarbeit betroffen. Auch sie werden bis Mitte 2009 in Kurzarbeit bleiben, wie der Sprecher sagte. Die bisherigen Maßnahmen sahen eine Produktionskürzung von 5% vor. 2007 lieferte die VW-Tochter gut 430.000 Fahrzeuge weltweit aus. Die Krise des Automarktes trifft Spanien wegen des dortigen Immobilienkollaps mit besonderer Härte: Im November wurden dort nur halb so viele Pkw verkauft wie ein Jahr zuvor. Europaweit lag das Minus dem deutschen Branchenverband VDA zufolge bei gut einem Viertel.

Ganz anders sieht es bei Opel in Rüsselsheim aus. Nachdem die Konzernmutter General Motors wochenlang für schlechte Schlagzeilen gesorgt hat, macht sich bei Opel wieder Hoffnung breit. Mitten in der Autokrise fährt Opel wegen der guten Nachfrage nach seiner neuen Limosine Insignia einzelne Sonderschichten im Rüsselsheimer Stammwerk. „Es gibt eine zusätzliche Schicht am kommenden Samstag“, sagte ein Opel-Sprecher.

Seit dem Beginn der Insignia-Produktion Ende Oktober seien vier zusätzliche Schichten gefahren worden, in denen insgesamt rund 1 000 Fahrzeuge produziert wurden. „Der Insignia hatte einen guten Start“, erläuterte der Sprecher. „Wir sind dabei, die Produktion hochzufahren auf maximale Kapazität von 800 Stück am Tag. Im Moment sind es gut 600, die pro Tag gebaut werden.“

Weltweit kämpfen die Autobauer mit einer schwachen Nachfrage im Zuge der Finanzkrise. Auch Opel hat in seinen Werken in Bochum und Eisenach, wo die Modelle Astra, Zafira und Corsa hergestellt werden, die Produktion gedrosselt.

Dass die Autokrise auch vor Asien nicht halt macht, zeigt sich in Südkorea. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wird der Autobauer Ssangyong, der zum größten chinesischen Autokonzern gehört, kurzfristig die Produktion aussetzen. Bis zum 31. Dezember schickt Ssangyong demnach seine Arbeiter in Zwangsurlaub.

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