Autokrise
BMW und Daimler bleiben auf ihren Autos sitzen

Festgefahren in der Absatzkrise: BMW und Daimler haben beide im Oktober deutlich weniger Autos verkauft als vor einem Jahr - Daimler sogar gleich satte 18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor allem schwere Luxuswagen blieben stehen.

HB STUTTGART/MÜNCHEN. Die Absatzkrise der deutschen Premium-Hersteller hat sich im Oktober nahtlos fortgesetzt. Die von Finanzkrise und Wirtschaftsflaute verunsicherten Autokäufer machten um die hochpreisigen Modelle von Daimler und BMW weiter einen großen Bogen. Daimler verkaufte im Oktober weltweit 18 Prozent weniger Autos als vor einem Jahr, wie der Konzern am Freitag mitteilte. BMW kam etwas glimpflicher davon: Die Verkaufszahlen schrumpften um acht Prozent.

Nach zehn Monaten liegt der Pkw-Absatz von Daimler mit gut einer Million nur noch marginale 1,6 Prozent über dem Wert vor Jahresfrist. Dafür sorgt vor allem der spritsparende Kleinwagen Smart, der aber nur wenig Gewinn abwirft. Wegen der seit dem Sommer herrschenden Absatzflaute bei Mercedes-Benz haben sich die Stuttgarter von ihrem Ziel verabschiedet, den Absatzrekord des Vorjahres von 1,29 Mio. Pkw 2008 zu überbieten.

Seit Wochen stehen die Bänder in den Werken tageweise still, die üblicherweise zwei Wochen dauernde Betriebsruhe über den Jahreswechsel wird verdoppelt. Noch zu Jahresbeginn hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche keinen Zweifel daran gelassen, dass 2008 ein gutes Jahr werde. Premium-Modelle blieben auch im Abschwung gefragt, hatte er prophezeit. Mittlerweile drückt der flaue Absatz massiv auf das Mercedes-Ergebnis. Die einstige Ertragsperle wird im laufenden vierten Quartal nahezu keinen Gewinn abwerfen.

Den Münchener Rivalen BMW erwischte es im Oktober etwas weniger hart als Daimler, hohe Einbußen gab es aber in Westeuropa, Japan und den USA. Wie bei Daimler glich die steigende Nachfrage nach deutschen Luxus-Autos in Schwellenländern wie China oder Russland die schwache Nachfrage in den etablierten Märkten nicht aus. Per Ende Oktober lag der Absatz der drei Pkw-Marken BMW, Mini und Rolls-Royce mit 1,2 Mio. Fahrzeugen gerade noch 0,7 Prozent über Vorjahr. BMW verabschiedete sich vor wenigen Tagen nach einem überraschend schwachen dritten Quartal von seiner Absatzprognose ebenso wie von seinem Gewinnziel. Die Pkw-Produktion kürzt BMW um mindestens 65 000 Einheiten.

Gefragt sind bei den Kunden weltweit Kleinwagen mit geringem Spritverbrauch. Vom Smart verkaufte Daimler im Oktober 6,5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dagegen belief sich das Absatzminus beim Flagschiff Mercedes-Benz S-Klasse mit 5800 ausgelieferten Fahrzeugen auf 30 Prozent. BMW verzeichnete einen kräftigen Schub bei der kompakten 1er Reihe: Davon wurden im Oktober 21,5 Prozent mehr verkauft. Der Mini verbuchte im Oktober hingegen ein Minus von 3,4 Prozent, da das Cabrio seit August nicht mehr produziert wird.

Völlig unbeeindruckt von der Finanzkrise und der taumelnden Konjunktur sind Liebhaber der Marke Rolls-Royce. Von diesen Luxuslimousinen verkaufte BMW im Oktober 118 Stück, zehn Prozent mehr. Binnen der ersten zehn Monaten kletterte der Absatz bei Rolls-Royce sogar um 38 Prozent auf 945 ausgelieferte Fahrzeuge.

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