Autokrise
Continental verschärft den Sparkurs

Die Auto-Krise wird zum Flächenbrand: Zulieferer wie Continental und Tedrive entlassen reihenweise Mitarbeiter. In den USA und in Europa geraten immer mehr Firmen in den Strudel der Rezession. Jetzt soll der Staat die Unternehmen retten.

FRANKFURT. Die Krise am Automarkt schlägt immer stärker auf die Zulieferer durch. Der Dax-Konzern Continental verschärft wegen der Absatzkrise der Autoindustrie seinen Sparkurs. Das Unternehmen aus Hannover senkte abermals die Gewinnprognose für 2008 und will für dieses und das kommende Jahr keine Dividende mehr zahlen, wie ein Sprecher sagte. Zudem steht Conti Kreisen zufolge vor einem massiven Stellenabbau in den USA. "Da wird es ordentlich scheppern", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. In Nordamerika beschäftigt Conti rund 25 000 Menschen.

Zugleich erklärte sich gestern ein weiterer Autozulieferer für zahlungsunfähig: Der Lenksystem- und Differenzial-Spezialist Tedrive beantragte für seine deutschen Standorte die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Betroffen sind rund 1 500 Mitarbeiter an den Standorten Düren und Wülfrath. Tedrive begründete die Insolvenz mit der Krise im Automobilgeschäft.

Die Finanz- und Absatzkrise in der Autobranche droht sich damit zu einem Flächenbrand für die Zulieferer zu entwickeln. Die Zahl der Firmenpleiten im Fahrzeugbau hat sich nach Angaben des Kreditversicherers Euler Hermes im dritten Quartal zum Vorquartal fast verdreifacht. Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann fordert bereits ein umfassendes Rettungspaket zur Sicherung der Auto- und Zuliefererindustrie. Hofmann sagte der Nachrichtenagentur AP: "Wir brauchen einen Rettungsschirm zum Schutz der Arbeitsplätze und der Betriebe."

Auch große Lieferanten wie Continental bekommen die Krise immer stärker zu spüren. Der Vorstand legte ein Kostensenkungsprogramm im dreistelligen Millionenbereich auf, dass deutliche Abstriche bei Investitionen und Forschungs- und Entwicklungsausgaben vorsieht. "Die Produktionskürzungen unserer Kunden im vierten Quartal waren stärker als erwartet, räumte Conti-Boss Karl-Thomas Neumann ein. Der Zulieferer erwartet nunmehr für 2008 nur noch eine Ebit-Marge von 7,5 bis acht Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch 8,5 Prozent in Aussicht gestellt.

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