Autokrise
Daimler-Betriebsrat sieht noch keine Ende der Talfahrt

Der Absatzschwund beim Autobauer Daimler wird nach Einschätzung des Betriebsrats noch mindestens bis zur Jahresmitte anhalten. Das zweite Quartal werde ähnlich verlaufen wie das erste. In den Monaten April bis Juni soll es in der Produktion des Stuttgarter Werks erneut Kurzarbeit geben.

HB STUTTGART. "Heute ist schon absehbar, dass das zweite Quartal ähnlich verlaufen wird wie das erste", heißt es in einem Beitrag des Betriebsratschefs des Daimler-Stammwerks Stuttgart-Untertürkheim, Helmut Lense, für die Mitarbeiterzeitung.

In den Monaten April bis Juni werde es in der Produktion des Stuttgarter Werks mit rund 17 000 Beschäftigten erneut Kurzarbeit geben. In der Oster- und in der Pfingst-Woche stünden die Bänder auf jeden Fall still, erläuterte Lense. Über weitere Details würden - wie in den anderen Mercedes-Werken - noch Verhandlungen geführt.

Weitere Produktionsstopps im dritten Quartal sind für Untertürkheim bereits vereinbart, etwa eine dreiwöchige Betriebsruhe zwischen 3. und 21. August. Das 1904 gegründete Werk spielt im weltweiten Produktionsverbund der Montagewerke eine Schlüsselrolle, da es Motoren, Achsen, Getriebe, Schmiedeteile und andere wichtige Komponenten für Mercedes-Benz-Pkw liefert.

Vorstandschef Dieter Zetsche hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass Daimler nach dem milliardenschweren Verlust im Schlussquartal 2008 auch im ersten Vierteljahr 2009 rote Zahlen schreiben werde. Im weiteren Jahresverlauf werde sich die Lage verbessern, da sich der Absatz beleben könnte.

Daimler sitzt derzeit - wie andere Autobauer - auf einem Berg zuviel produzierter Pkw, was viel Kapital bindet. Mercedes baute im vergangenen Jahr 1,338 Millionen PKWs. Weltweit verkaufen konnte Daimler 2008 jedoch nur 1,273 Millionen PKWs. Im Bestand hat Daimler noch einen Vorrat für die auslaufende Generation der E-Klasse, der bis zum Verkaufsstart des neuen Modells im Sommer veräußert werden soll.

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