Autokrise
Daimler schließt Kündigungen nicht aus

Am Ende der außerordentlichen Betriebsversammlung bei Daimler dürfte bei der Belegschaft große Ernüchterung herrschen. Der Autokonzern will beim Personal zwei Milliarden Euro sparen. Und: Selbst Kündigungen schließt der Autobauer nicht mehr aus. In der Krise ist alles möglich.

hz/HB STUTTGART. Der Stuttgarter Autobauer Daimler plant wegen der anhaltenden Absatzkrise weitere Einschnitte beim Personal in Deutschland und schließt langfristig auch Kündigungen nicht mehr aus. „Wenn die Krisendynamik anhält, ist so eine Maßnahme nicht mehr ausgeschlossen“, sagte Personalvorstand Günther Fleig in Stuttgart. In den aktuellen Verhandlungen mit dem Betriebsrat sei dies aber noch kein Thema. Zuvor fanden bundesweit an allen Standorten außerordentliche Mitarbeiterversammlungen statt. Betriebsbedingte Kündigungen sind eigentlich bis Ende 2011 ausgeschlossen. Die Vereinbarung wurde im Sommer 2004 unterzeichnet. Von dieser Regelung sind aber die Mitarbeiter ausgenommen, die nach der Unterzeichnung eingestellt wurden. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um rund 16 000 Beschäftigte. Die krisenhafte Situation gehe weiter, so Fleig. Im Februar seien 40 Prozent weniger Autos verkauft worden. Der Pkw-Absatz bei Daimler ist seit Monaten auf Talfahrt. Für das laufende Jahr hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche bereits angekündigt, Absatz, Umsatz und Ergebnis würden rückläufig sein. Für das erste Quartal rechnet der Konzernlenker sogar mit roten Zahlen. Zetsche hatte in der vergangenen Woche in Berlin auf einem IG-Metall-Kongress von einer "Jahrhundertkrise" gesprochen, die nur gemeinsam gemeistert werden könne. Von den neuen Einsparungen seien die rund 73 000 Mitarbeiter in den Bereichen Verwaltung, Forschung oder IT betroffen, wie Fleig weiter sagte. Anders als die Angestellten in der Produktion arbeiten diese nicht kurz. Sie sollen nun aber einen Beitrag leisten, in dem die Wochenarbeitszeit um bis zu fünf Stunden gesenkt wird - mit entsprechenden Gehaltseinbußen. Außerdem solle es Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld geben. Die für Mai geplante Tariferhöhung von 2,1 Prozent auf Dezember solle verschoben werden, ergänzte Fleig. Die für 2008 zugesagte Mitarbeiterbeteiligung wolle der Konzern nicht wie geplant im April auszahlen, sondern einbehalten, um die Liquidität zu sichern. Dies mache alleine 280 Millionen Euro aus. Insgesamt will Daimler seine Arbeitskosten dieses Jahr bei maximal zehn Milliarden Euro halten, damit müssten etwa zwei Milliarden eingespart werden - Kurzarbeit eingerechnet.

Seite 1:

Daimler schließt Kündigungen nicht aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%