Autokrise
Daimler sucht Rettung in Sparprogramm

Vor dem Unternehmen lieg eine "Wegstrecke voller Hindernisse". Mit diesen Worten stimmte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Dienstag in Stuttgart die Belegschaft wie auch die Aktionäre auf schwere Zeiten ein. Der Autobauer will mehrere Milliarden Euro einsparen.

HB STUTTGART. Der schleppende Verkauf von Mercedes-Modellen sowie Belastungen durch Chrysler haben beim Autobauer Daimler zu einem Gewinneinbruch geführt. Da sich auch für das laufende Jahr kein Hoffnungsschimmer bei der zusammengebrochenen Nachfrage nach Pkw und Lkw abzeichnet, tritt der auf vielen unverkauften Autos sitzende Stuttgarter Konzern auf die Kostenbremse und will mehrere Milliarden Euro einsparen. Um die Produktion weiter zu drosseln, wird Daimler für 50 000 Beschäftigte die Kurzarbeit wohl bis Ende Juni verlängern. Zetsche kündigte eine Verschärfung des Sparkurses an: Man sehe insgesamt "ein Sparpotenzial in Höhe von mehreren Milliarden Euro".

Unter dem Strich blieb 2008 nur ein Überschuss von 1,4 Milliarden Euro, 65 Prozent weniger als 2007. Die Aktionäre sollen daher nur 60 Cent je Aktie als Dividende erhalten, nach zwei Euro im Jahr zuvor. Auch die Mitarbeiter bekommen mit 1 900 Euro für das abgelaufene Jahr einen um die Hälfte gekürzten Bonus. Lohnerhöhungen sollen geringer ausfallen als sonst. Betriebsbedingte Kündigungen soll es jedoch nicht geben.

Vor dem Unternehmen liege eine Wegstrecke "voller Hindernisse", stimmte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Dienstag in Stuttgart die Belegschaft wie auch die Aktionäre auf schwere Zeiten ein. Der Manager sagte für das erste Vierteljahr einen operativen Verlust voraus. Das Jahr 2009 werde "weitere erhebliche Belastungen" für den Gewinn bringen, Absatz und Umsatz würden in allen automobilen Geschäftsfeldern sinken. "Aus heutiger Sicht könnte sich die weltweite Pkw-Nachfrage im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um weitere zehn Prozent abschwächen", sagte Zetsche.

Finanzchef Bodo Uebber ergänzte: "Niemand kann derzeit sagen, wann die Trendwende eintrifft." Im vergangenen Jahr brach der Betriebsgewinn von Daimler um zwei Drittel ein, nachdem 2007 mit 8,7 Milliarden Euro noch ein Rekordgewinn verbucht worden war. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 95,9 Milliarden Euro.

Daimler will sein Geld zusammenhalten, da im vergangenen Jahr rund zehn Milliarden Euro Kapital abflossen. Die Bilanz sei dennoch solide, die Refinanzierung kein Problem, sagte Uebber. Alle nicht notwendigen Investitionen sollen allerdings gestrichen werden. Bei Pkw und Lkw sollen mehr gleiche Teile verbaut werden, um zu sparen. Die Verhandlungen über eine Einkaufskooperation mit dem Wettbewerber BMW ziehen sich allerdings weiter hin. Beide Autobauer könnten durch den gemeinsamen Einkauf etwa von Fensterhebern oder Klimatechnik hohe Beträge sparen, rechnen Analysten vor.

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