Autokrise
Der Tag X für die US-Autobauer ist da

Bevor die große Auto-Show heute in Washington losgeht, werden bereits erste Vorbehalte in der Politik gegen die Rettungspläne der angeschlagenen US-Autobauer laut. In dem designierten US-Präsidenten Obama haben GM, Ford und Chrysler allerdings einen prominenten Fürsprecher. Und: Die Gewerkschaft UAW ist zu Zugeständnissen bereit und Ford will Volvo für sechs Mrd. verkaufen.

HB WASHINGTON. Die Bitte der US-Autokonzerne um eine Finanzhilfe von 34 Milliarden Dollar stößt im Kongress offenbar auf Vorbehalte. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sagte vor der Sitzung des Bankenausschusses am Donnerstag, er sehe nicht die erforderliche Mehrheit für eine derartige Unterstützung. Reid sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei Sache der Regierung, Mittel aus dem 700-Milliarden-Dollar-Paket für die Banken an die Automobilbranche abzuzweigen. Der demokratische Ausschussvorsitzende Chris Dodd verwies die Branche an die Notenbank.

Er schrieb einen Brief an Fed-Präsident Ben Bernanke mit der Frage, ob es irgendwelche Hindernisse für Kredite der Notenbank an die Automobilkonzerne gebe. Zwei Wochen nach einem ersten gescheiterten Vorstoß im Kongress legen die Vorstandschefs von General Motors (GM), Ford und Chrysler diesmal getrennte Rettungspläne vor, die eine massive Umstrukturierung vorsehen. Die Anhörungen vor den zuständigen Ausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus sind auf zwei Tage angesetzt.

Die Chefs der ums Überleben kämpfenden drei großen US-Autokonzerne kommen am (heutigen) Donnerstag nach Washington, um den Kongress um staatliche Milliarden-Kredite zu bitten. Die Anhörungen vor den zuständigen Ausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus sind auf zwei Tage angesetzt. General Motors, Chrysler und Ford wollen insgesamt staatliche Darlehen von 34 Mrd. Dollar (rund 27 Mrd. Euro). Am Mittwoch hatten sie dem Kongress ihre Sanierungspläne vorgelegt.

Im Bemühen um eine Rettung der Konzerne erklärte sich unterdessen die Autoarbeitergewerkschaft UAW zu Zugeständnissen bereit. Die UAW wolle unter anderem Zahlungen der Konzerne in Höhe von mehreren Mrd. Dollar an einen Gesundheitsfonds stunden, sagte Gewerkschaftspräsident Ron Gettelfinger nach einem Krisengespräch am Mittwoch in Detroit. Außerdem soll die sogenannte Jobs Bank ausgesetzt werden. Diese Einrichtung sichert entlassenen Mitarbeitern bis zu 95 Prozent ihres Gehalts.

Einen Zeitrahmen für die Änderungen bei der Jobs Bank nannte Gettelfinger nicht. Ein Teilnehmer des Krisentreffens in Detroit erklärte, die Änderungen würden bedeuten, dass sie nahezu komplett wegfalle. Mehrere Kongressmitglieder hatten die Autobauer im November dafür kritisiert, dass sie unbeschäftigte Arbeiter bezahlen. In den Job-Banks-Programmen sind derzeit rund 3 500 Mitarbeiter vom GM, Chrysler und Ford registriert.

Gettelfinger sagte, die Gewerkschaft sei zu neuen Verhandlungen in einzelnen Punkten bereit. „Wir werden uns hinsetzen und die Mechanismen ausarbeiten“, sagte der UAW-Chef. Die Gespräche mit GM sollten sofort aufgenommen werden. Allen Änderungen müssten allerdings Gewerkschaftsmitglieder vor Ort zustimmen.

Die Stundung der Zahlungen in den Gesundheitsfonds müssen die Bundesgerichte billigen. GM sollte Anfang kommenden Jahres mehr als 7,5 Mrd. Dollar zahlen, Ford schuldet dem Fonds bis zum Jahresende 6,3 Mrd. Dollar.

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