Autokrise
Freud und Leid bei deutschen Autoherstellern

Geteiltes Bild: Während der Autobauer BMW für 2009 schwarze Zahlen anpeilt und keine weiteren Stellen abbauen will, sieht die Lage bei Premium-Konkurrent Daimler ganz anders anders aus. Dieser will laut Medienberichten 570 Jobs in den Mercedes-Werken Rastatt und Gaggenau abbauen.

HB LOS ANGELES. Der Autobauer BMW sieht weiteres Potenzial für Kostensenkungen und will im kommenden Jahr trotz der Krise am Automarkt in die schwarzen Zahlen fahren. „Wir arbeiten klar mit dem Ziel, 2009 profitabel zu sein“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer auf der Los Angeles Auto Show. Reithofer reagierte damit auf Befürchtungen einiger Analysten, die dem Autobauer wegen der anhaltenden Krise und der zuletzt radikal gekürzten Prognosen für 2008 im kommenden Jahr allenfalls ein ausgeglichenes Ergebnis zutrauen.

Ganz anders sieht es beim Automobilhersteller Daimler AG aus. Dieser will offenbar 570 Arbeitsplätze in seinen Mercedes-Werken Rastatt und Gaggenau abbauen. An beiden Standorten sollen befristete Verträge nicht verlängert und Leiharbeitsverhältnisse gelöst werden, berichtet die Branchenzeitung „Automobilwoche“ vorab aus ihrer nächsten Ausgabe unter Berufung auf die IG-Metall Gaggenau.

Dem Bericht zufolge fallen in der A- und B-Klasse-Fabrik in Rastatt 120 Arbeitsplätze weg und in Gaggenau, wo vor allem Getriebe gefertigt werden, 450 Stellen. Laut der „Automobilwoche“ bestätigte Daimler, dass in verschiedenen Werken die Zahl der Zeitarbeiter und befristet Beschäftigten verringert werden soll. Der Stuttgarter Automobilhersteller war am Donnerstagmorgen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

BMW-Chef Reithofer sieht auf dem Weg zu einer besseren Rendite durchaus noch Einsparpotenzial über die ursprünglich bis 2012 geplanten sechs Mrd. Euro hinaus, sagte Reithofer. Er denke hier vor allem an eine weitere Verbesserung der Produktionsabläufe wie zum Beispiel eine stärkere Nutzung von Baukastensystemen, nicht an zusätzliche Einschnitte. „Wir werden die Produktivität weiter im Schnitt um fünf bis acht Prozent pro Jahr steigern. Das ist aber kein neues Sparprogramm.“

Ein zusätzlicher Stellenabbau über die im Frühjahr angekündigten 8100 Arbeitsplätze hinaus sei dementsprechend derzeit kein Thema, betonte Reithofer. Sollte sich die Krise im kommenden Jahr weiter verschärfen, habe BMW Spielraum bei den Arbeitszeitkonten und könne gegebenenfalls auch mit weiteren Kürzung bei den Zeitarbeitsstellen reagieren; derzeit seien es noch mehrere tausend.

Auf die Krise beim US-Autobauer General Motors und das Ringen um eine Staatsbürgschaft für dessen deutsche Tochter Opel wollte Reithofer nicht näher eingehen. Er betonte aber, ein Kollaps des US-Konzerns hätte Folgen für die gesamte Branche. „Wenn so ein großer Spieler betroffen wäre, hätte das enorme Auswirkungen auf die Zulieferindustrie und damit auch auf unsere eigene. Mir würde dieses Szenario nicht gefallen.“

BMW stellt auf der Automesse im US-Bundesstaat Kalifornien in diesem Jahr neben einem Elektro-Mini, der im nächsten Jahr ausführlich in der Praxis getestet werden soll, auch den neuen 7er vor. Er soll zunächst nur als Benziner auf den US-Markt kommen. Demnächst wollen die Bayern mit dem 335d und dem X5 aber auch zwei Diesel-Modelle in Übersee bringen.

Weitere Diesel könnten folgen. „Wir können uns vorstellen, auch eine Diesel-Variante des 7er auf den US-Markt zu bringen“, sagte Vertriebsvorstand Ian Robertson. Diesel-Autos sind in den USA wegen etwas höherer Spritpreise bisher kaum verbreitet. Die deutschen Hersteller rechnen sich für die Selbstzünder wegen ihres geringeren Verbrauchs aber gute Marktchancen aus.

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