Autokrise
GM hat das Ende vor Augen

Das Aus droht General Motors seit Monaten. Doch der Jahresverlust in Höhe von 30,9 Milliarden Dollar könnte nun tatsächlich das endgültige Ende für den US-Autobauer bedeuten - und das schon im März. Auch das Europageschäft mit Opel ist dick im Minus. Die Bilanzprüfer sind am Zug und das Schicksal von GM liegt in den Händen von Präsident Barack Obama.

HB DETROIT. Der schwer angeschlagene Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat das zweite Jahr in Folge einen dramatischen Verlust von mehr als 30 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Bilanzprüfer müssten bei Vorlage des vollständigen Geschäftsberichts im März erklären, ob GM noch seine Operationen fortsetzen könne. Das werde wesentlich davon abhängen, ob GM weitere Staatskredite erhalte, erklärte Finanzvorstand Ray Young in Detroit.

Für 2008 belief sich das Minus des größten Autobauers in den USA auf 30,9 Milliarden Dollar (24,2 Milliarden Euro). Ein Jahr zuvor hatte der Opel-Mutterkonzern mit 38,7 Milliarden Dollar den höchsten Verlust in seiner Firmengeschichte ausgewiesen. Allein im vierten Quartal 2008 fiel ein Verlust von 9,6 Milliarden Dollar an, wie GM am Donnerstag mitteilte.

Bereinigt um Sonderfaktoren verlor GM im vierten Quartal 9,65 Dollar je Aktie. Das war noch schlechter als von Analysten erwartet, die mit einem Minus von 7,40 Dollar je Anteilsschein gerechnet hatten. Die Aktie von GM verlor im vorbörslichen Handel in New York 8,6 Prozent.

GM hat bereits staatliche Hilfen in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar erhalten, benötigt aber nach eigenen Angaben bis zu 30 Milliarden Dollar, um einen Bankrott zu vermeiden. Top-Manager des Konzerns wollten am Donnerstag mit Vertretern der US-Regierung über eine weitere Unterstützung verhandeln. Die US-Autokonzerne leiden massiv unter der weltweiten Nachfrageflaute, hinzu kommen hausgemachte Gründe wie eine verfehlte Modellpolitik in der Vergangenheit.

GM-Chef Rick Wagoner erklärte, 2008 sei vor allem in der zweiten Hälfte ein "extrem schwieriges Jahr" für die Automärkte in den USA und weltweit gewesen. Die Bedingungen für GM und andere Hersteller seien sehr herausfordernd und hätten das Management veranlasst, "weitere aggressive und schwierige Restrukturierungsmaßnahmen" zu ergreifen.

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