Autokrise
GM will Opel kostenlos abgeben

Der angeschlagene US-Autobauer General Motors (GM) verlangt für seine deutsche Tochter Opel offenbar kein Geld, sondern lediglich Investitionszusagen. GM könnte die Mehrheit an Opel und der britischen Tochter Vauxhall umsonst abgeben, wenn ein Investor mindestens 500 Mio. Euro an Eigenkapital in den neuen europäischen Firmenbund stecke.

HB LONDON. Das berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit der Situation vertraute Personen. Demnach ist GM auch bereit, seine schwedische Marke Saab kostenlos abzugeben. Opel und Saab könnten dann zu einer Unternehmensgruppe zusammengefasst werden, die in Deutschland angesiedelt werden soll. Mehrere europäische Länder sollen sich bereit erklären, Garantien in Höhe von 3,3 Mrd. Euro zu übernehmen.

Unterdessen schürt GM Hoffnungen in Europa auf einen neuen Investor. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem Handelsblatt, nachdem GM am Freitag von Fortschritten bei der Investorensuche berichtet hatte. Es gebe mehr als sechs seriöse Interessenten, mit denen der Konzern Kontakt aufgenommen habe, sagte GM-Boss Fritz Henderson in einer Telefonkonferenz. Unter ihnen seien Finanzinvestoren sowie einige Unternehmen aus der Autoindustrie, die ernsthaftes Interesse zeigten. Diese bekämen derzeit vertraulichen Einblick in die Bücher, sagte Henderson.

Erstmals nannte GM damit eine konkrete Zahl an Opel-Interessenten. Der Hersteller aus Rüsselsheim will sich weitgehend von der amerikanischen Mutter abkoppeln und sucht nun Investoren für eine eigenständige europäische Aktiengesellschaft, an der GM nur eine Minderheitsbeteiligung halten soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zugesagt, einen neuen Investor mit Bürgschaften zu unterstützen.

Auf den italienischen Autobauer Fiat können die Rüsselsheimer allerdings nicht zählen. Fiat-Aufsichtsratschef Luca Cordero di Montezemolo wies ein Interesse an Opel klar zurück. Zuvor hatte eine italienische Zeitung berichtet, Fiat prüfe einen Einstieg bei den Hessen. Dabei könnte Opel mehr Zeit bleiben als gedacht, um die neue Europa AG zu bauen. Das Geschäft von GM Europe, das zu 80 Prozent aus Opel besteht, laufe im Zuge der Abwrackprämie etwas besser als erwartet, sagte Henderson. Die Liquidität in Europa werde nun voraussichtlich über das laufende Quartal hinaus reichen.

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