Autokrise
IG Metall: Rettet die Autoindustrie

Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann hat ein umfassendes Rettungspaket zur Sicherung der deutschen Auto- und Zuliefererindustrie angeregt. Hersteller und Staat sollen einen gemeinsamen Hilfsfonds für Notsituationen auflegen.

HB STUTTGART. "Wir brauchen einen Rettungsschirm zum Schutz der Arbeitsplätze und der Betriebe", sagte Hofmann in Stuttgart. Die gesamte Branche leide massiv unter der Absatzkrise. Hofmann forderte die Schaffung eines speziellen Fonds, an dem sich die Autobauer beteiligen sollten, um angeschlagene Firmen im Bereich der Zulieferer zu unterstützen. Der Staat müsse dafür auch Gelder zuschießen und Bürgschaften bereitstellen. "Viele Zulieferer kommen zurzeit nur schwierig an Kredite. Dadurch steigt die Insolvenzgefahr."

Der IG-Metall-Bezirksleiter brachte eine vollständige Abschaffung der Kraftfahrzeugsteuer ins Gespräch. "Wenn man die Mineralölsteuer um 1 bis 2 Cent erhöht, könnte man auf die andere Steuer verzichten", meinte er.

Für Neuwagen, die bis zum 30. Juni 2009 gekauft werden, soll die Kfz-Steuer nach den Plänen der Großen Koalition für ein Jahr entfallen, bei besonders schadstoffarmen Autos mit den Abgasnormen Euro-5 und Euro-6 sogar für zwei Jahre. Die Steuerbefreiung endet in jedem Fall Ende 2010.

Zur Ankurbelung des Neuwagenkaufs machte sich Hofmann für die Einführung einer Abwrackprämie auf alte Fahrzeuge stark. "Das kostet zwar zuerst Geld, aber der Staat nimmt durch die Mehrwertsteuer auch wieder etwas ein", sagte der Gewerkschaftsfunktionär. Auf die Höhe der Prämie wollte sich Hofmann zunächst nicht festlegen. Mit so einem zeitlich befristeten Programm habe man in Frankreich und Italien schon gute Erfahrungen gemacht. "Das löst Nachfrageimpulse aus."

Hofmann forderte auch die Autoindustrie auf, verstärkter in alternative Antriebe und schadstoffarme Fahrzeuge zu investieren. Für einen Teil der Krise der Autobauer machte Hofmann auch die zögernde Haltung der Kunden beim Kauf eines Neuwagens verantwortlich: "Wegen der Diskussion über das Klima hat sich das Käuferverhalten geändert. Die warten erst einmal ab." Die deutschen Autobauer sieht der Gewerkschaftsfunktion stabil aufgestellt. Die einzige offene Frage sei Opel: "Nur bei einer deutlichen Abkoppelung von GM hat Opel eine Chance."

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