Autokrise
Keine Bürgschaft für Opel vor Weihnachten

Opel benötigt in diesem Jahr nach eigenen Angaben keine staatliche Bürgschaft mehr. Diese hätte Opel nach Informationen des Handelsblatt aber vor Weihnachten wohl auch nicht mehr bekommen. Die Bundesregierung sieht nämlich trotz der kritischen Lage von Opel-Konzernmutter General Motors keinen akuten Handlungsbedarf.

hz/dih/HB FRANKFURT. Opel benötigt nach eigenen Angaben in diesem Jahr keine Entscheidung zu den beantragten staatlichen Bürgschaften. „Unabhängig von der Entwicklung in den USA besteht für die Adam Opel GmbH nicht die Dringlichkeit, noch in diesem Jahr eine Entscheidung über die Bürgschaft haben zu müssen“, erklärte die deutsche Tochter des notleidenden US-Konzerns General Motors. Die Gespräche mit der Bundesregierung und den beteiligten Bundesländern seien jedoch auf gutem Wege, hieß es weiter. Der Konzern reagierte mit der Stellungnahme auf einen Vorabbericht des „Handelsblatt“, die Bundesregierung werde voraussichtlich nicht mehr vor Weihnachten über die Kreditbürgschaft entscheiden.

Derzeit bemüht sich die Opel-Führung um eine Bürgschaft von Bund und Ländern, um sich gegen eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns zu wappnen. GM braucht nach eigenen Angaben noch dieses Jahr vier Mrd. Dollar an staatlicher Hilfe, um sein Überleben zu sichern. Die Bundesregierung wird aber voraussichtlich nicht mehr vor Weihnachten über eine Kreditbürgschaft für Opel entscheiden, hieß es am Wochenende in Regierungskreisen. Nach den Äußerungen von US-Präsident George Bush, der US-Autoindustrie mit Krediten aus dem US-Bankenrettungspaket beizuspringen, drohe keine unmittelbare Gefahr für Opel, lautete die Begründung.

Das Scheitern des US-Rettungspakets für die US-Autobauer erhöht auch für die deutsche GM-Tochter Opel den Handlungsdruck. Das Opel-Management übt sich zwar noch in Gelassenheit. Aber ein Kollaps des Mutterkonzerns General Motors (GM) könnte auch für den Rüsselsheimer Autobauer sowie zahlreiche deutsche Zulieferer weitreichende Folgen haben. Schneller als es den Managern lieb ist, könnte der Autobauer auf eine staatliche Bürgschaft angewiesen sein, um nicht in den Abwärtsstrudel des Mutterkonzerns gerissen zu werden.

Falls sich gegen die Erwartungen die Lage für Opel zuspitzen sollte, will die Bundesregierung nach Aussagen ihres Sprechers Thomas Steg norfalls aber „sehr schnell handeln“. Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz, sagte dem Handelsblatt, er habe keinen Zweifel, dass Opel eine Bürgschaft erhalten werde.

Ziel der Bundesregierung ist es aber weiterhin, eine Lösung zu finden, die den Abfluss von verbürgten Krediten in die USA verhindert. Es sei bisher noch nicht das Problem gelöst, dass Opel keine eigene Bankverbindung habe, sondern über die Konten der US-Konzernmutter GM finanziert werde. Der Bürgschaftsausschuss habe sich daher am Freitag auf Anfang nächsten Jahres vertagt.

Auch nach den neuesten Entwicklungen in den USA will das GM-Management werde weiterhin alle Optionen prüfen, um die geplante Umstrukturierung in Europa fortzusetzen und das Geschäft in der derzeitigen Wirtschaftskrise zu stabilisieren. Auch die Verhandlungen mit den europäischen Arbeitnehmervertretern über Kostensenkungen würden fortgesetzt. GM verlangt ein Sparprogramm von 750 Mio. Euro für das kommende Jahr.

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