Industrie
Autokrise macht Epcos zu schaffen

Der Bauelemente-Spezialist Epcos leidet unter der Absatzkrise seiner wichtigen Autokunden. Erste Auswirkungen waren bereits in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 zu spüren. Die Übernahme durch den japanischen Elektronikkonzern TDK belastete zusätzlich.

HB MÜNCHEN. Die volle Wucht der weltwirtschaftlichen Turbulenzen wird das Unternehmen nach eigener Auffassung im gerade angelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 treffen. Epcos gehe im ersten Quartal von einem "deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang" im Vergleich zum Vorquartal aus, teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Am Vormittag sank der Epcos-Kurs um rund 0,5 Prozent.

Im Schlussquartal hatte Epcos seinen Umsatz im Vergleich zum dritten Quartal um vier Prozent auf 382 Mio. Euro steigern können und dabei die Erwartungen der Analysten noch übertroffen. Die Auslieferungen von elektronischen Bauteilen an die deutschen Autobauer gingen aber bereits zurück. Neuwagen verkaufen sich angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage derzeit nur noch schleppend. Die heimischen Hersteller hatten sich deshalb - mit Ausnahme von Volkswagen - in den vergangenen Wochen von ihren Verkaufszielen verabschiedet.

Das Ergebnis ging wie angekündigt durch Kosten für die Übernahme durch TDK zurück. Die Belastung lag bei rund sechs Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank deshalb binnen drei Monaten von 28,2 auf 23,1 Mio. Euro. Der Überschuss litt zusätzlich unter der vorzeitigen Ablösung einer Wandelschuldverschreibung. Hierdurch sei ein Aufzinsungsbedarf von sieben Mio. Euro entstanden, hieß es. Statt 19,3 verdiente Epcos nur noch 8,8 Mio. Euro.

TDK hatte 17,85 Euro pro Aktie und damit insgesamt 1,2 Mrd. Euro für EPCOS geboten. Die Münchener hatten selbst lange nach einem starken Partner gesucht, um ihre Stellung in Asien auszubauen. Nach dem letzten Stand hält TDK 94,35 Prozent der EPCOS-Anteile und kann damit wie gewollt einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abschließen. Ein Hinausdrängen der übrigen Aktionäre, was ab einem Anteil von 95 Prozent möglich wäre, schloss ein TDK-Sprecher jüngst jedoch aus.

Im kommenden Jahr wollen TDK und Epcos ihre Aktivitäten bei den elektronischen Bauelementen in einer neuen Gesellschaft namens TDK EP Components zusammenschließen. Dies schafft einen neuen Branchenriesen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Epcos trotz aller Widrigkeiten seinen Umsatz um drei Prozent auf 1,478 Mrd. Euro steigern können, das EBIT ging um 22 Prozent auf 105 Mio. Euro hoch und der Überschuss verbesserte sich um ein Viertel auf 64,3 Mio. Euro.

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