Autokrise
Mercedes plant offenbar Sparprogramm

Die Autokrise führt bei Daimler angeblich zu weiteren massiven Einschnitten: Demnach sollen im kommenden Jahr 150 000 Mercedes-Autos weniger gebaut werden und ein neues Sparprogramm steht auf dem Plan. Im Mercedes-Werk Sindelfingen drohe bereits im Januar Kurzarbeit.

HB STUTTGART. Ein neues Sparprogramm könne noch vor Weihnachten beschlossen werden, berichtet die „WirtschaftsWoche“ in ihrer neuen Ausgabe. Im Fokus stehe dabei die Kernsparte Mercedes Car Group mit ihren Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach. Mehrere Unternehmensberatungen seien beauftragt worden, Konzepte zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung vorzustellen. Daimler wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. Zwischen Frühjahr 2005 und Herbst 2007 war durch das Vorgängerprogramm „Core“ das Konzernergebnis um insgesamt 7,1 Milliarden Euro verbessert worden. Den Einsparungen fielen allerdings auch insgesamt fast 10 000 Arbeitsplätze zum Opfer.

Die „Automobilwoche“ berichtet unter Berufung auf interne Planzahlen, Daimler wolle 2009 unter anderem die Produktion der S-Klasse von Mercedes um 18 000 Fahrzeuge kappen und der E-Klasse um 34 000 Autos. Das Management erwäge, die Produktion in den Faschingsferien für eine Woche und über Ostern sechs Tage lang zu stoppen. Konkrete Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. In diesem Jahr will Daimler 45 000 Fahrzeuge weniger bauen. In Sindelfingen sollen die Bänder vom 12. Dezember bis 12. Januar stillstehen.

Sindelfingen sei bereits seit Sommer nicht mehr ausgelastet, berichtet „auto motor und sport“ unter Berufung auf Betriebsratskreise. Nach der ausgedehnten Weihnachtspause sei das Mittel Zeitkonto ausgereizt. Bei Kurzarbeit müssten die Mitarbeiter schätzungsweise mit Lohneinbußen von rund drei Prozent rechnen, heißt es. Die Verhandlungen über eine Verkürzung der Arbeitszeiten stehe auch in anderen Werken unmittelbar bevor.

Eine Sprecherin des Konzerns sagte dem Magazin hingegen: „Der erste Schritt ist eine weitere Nutzung der Zeitkonten. Dabei gibt es derzeit noch Luft.“ Erst wenn all dies nicht mehr ausreiche, werde über Kurzarbeit nachgedacht. Sollten die Beschäftigten weniger arbeiten, bedeutet dies ihren Angaben zufolge sogar eine Kürzung der Gehälter um rund zehn Prozent. In diesem Fall würde die Arbeitszeit um fünf Stunden pro Woche gekürzt.

Eine Sprecherin des Daimler-Betriebsrats hatte bereits am Freitag gesagt: „Es gibt Gespräche zwischen Betriebsrat und Unternehmensleitung auf verschiedenen Ebenen, wie im nächsten Jahr gearbeitet wird.“ Dabei werde auch über eine mögliche Verringerung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden für einige Standorte diskutiert. Außerdem habe das Unternehmen bereits Mitarbeitern aus verschiedenen Bereichen Abfindungsangebote unterbreitet. Betriebsbedingte Kündigungen der Stammbelegschaft sind bis Ende 2011 jedoch vertraglich ausgeschlossen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%