Autokrise
Nissan streicht 20 000 Stellen

Der japanische Renault-Partner Nissan Motor rechnet wegen der globalen Absatzkrise ebenfalls mit Milliardenverlusten und baut weltweit 20 000 Stellen ab.

fmk/HB TOKIO. Auch der japanische Autohersteller Nissan erwartet nun für das laufende laufende Geschäftsjahr einen hohen Verlust und kündigt ein hartes Sparprogramm an. „Zuletzt ist es jedes Mal immer noch schlimmer gekommen, als unsere schlimmsten Erwartungen vorgesehen haben“, sagte Firmenchef Carlos Ghosn am Montag in Tokio.

Er will mehr als acht Prozent der Stellen im Konzern abbauen und plant, sich auf einige wenige Projekte zu konzentrieren. Das sind hauptsächlich Elektroautos, die Regierungen weltweit wahrscheinlich in den kommenden Jahren bezuschussen werden. Dazu kommen Kleinwagen, die den Bedürfnissen der aufsteigenden Mittelklasse in Schwellenländern entsprechen.

Der Nettoverlust im abgelaufenen dritten Quartal lag bei 700 Mill. Euro, fürs Gesamtjahr (bis Ende März) erwartet das Unternehmen ein Minus von 2,2 Mrd. – auf die Unternehmensgröße angepasst, entspricht das etwa der Größenordnung der übrigen japanischen Hersteller. Analysten führen das Minus in vollem Umfang auf die Absatz-, Währungs- und Finanzierungskrise zurück und sehen nur wenig Fehler beim Management.

Nissan ist über eine Kapitalverflechtung mit der französischen Renault verpartnert und arbeitet eng mit ihr zusammen. Zusammen nehmen die Unternehmen derzeit den fünften Platz auf der Absatz-Rangliste der Autohersteller ein. Ghosn ist Präsident beider Firmen. Durch gemeinsamen Einkauf und die Verwendung gleicher Teile mit Renault will Nissan schnell weitere 1,5 Mrd. Euro einsparen.

Als Renault-Chef steht Ghosn derzeit dem europäischen Lobbyverband European Automobile Manufacturers Association (ACEA) vor und hat sich für Staatshilfen für seine Branche stark gemacht. Er forderte auch die japanische Regierung auch, etwas für die Finanzierungssituation der Autoindustrie zu tun. „Die Zentralbanken haben die Zinsen gesenkt, aber das kommt bei uns nicht an, die Differenz steigt sogar eher noch“, sagte er.

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