Autokrise
Nur Peugeot steht noch allein im Regen

Heute Fiat, morgen BMW - um keinen anderen europäischen Autokonstrukteur ranken sich derzeit so viele Fusions- und Allianz-Gerüchte wie um PSA Peugeot Citroën. Kein Wunder. Von den europäischen Volumenherstellern ist der französische Konzern der einzige, der noch nicht unters Dach einer Allianz geschlüpft ist. Aber der Druck wächst.

PARIS. Es wird einsam um die Franzosen: Fiat hat jüngst eine Kooperation mit Chrysler begründet und Volkswagen wurde von Porsche übernommen. Ford und Opel gehören den US-Konzernen Ford bzw. General Motors. Und Lokalrivale Renault arbeitet seit Jahren mit seinem Partner Nissan zusammen. Mittwoch legt PSA seine Zahlen vor; die Frage nach möglichen Zusammenschlüssen dürfte ein Top-Thema der Pressekonferenz werden.

Die Krise erhöht nun den Druck auf die kapitallastige Autoindustrie, Überkapazitäten abzubauen und Kosten zu senken - dazu sind Allianzen ein Weg. PSA-Chef Christian Streiff hat selbst gesagt, dass er für Allianzen offen sei; allerdings liege der Fokus des Managements aktuell darauf, die Krise zu überwinden, fügte er sogleich an.

Denn bei Peugeot hat immer noch die Gründerfamilie das Sagen: Sie kontrolliert 44 Prozent der Stimmrechte und ist erpicht darauf, die Unabhängigkeit zu bewahren. Daher bestand die bisherige Strategie von PSA darin, Produktbezogene Kooperationen mit Wettbewerbern einzugehen. Das erlaubt Kostensynergien, ohne an der Kapitalstruktur zu rütteln.

So baut PSA mit Fiat Kleinlaster, mit Toyota Kleinwagen (107,C1 bzw Toyota Aygo) in Osteuropa, mit Ford Dieselmotoren, mit BMW 1,6l Benzinmotoren und mit Mitsubishi Geländewagen und demnächst Ein-Liter-Turbo-Benzinmotoren.

Doch Analysten zweifeln daran, ob diese Politik der begrenzten Allianzen ausreicht, damit Peugeot den Ausleseprozess überstehen kann. "Fiat-Chef Sergio Marchionne hat recht, wenn er sagt, dass auf Dauer nur Hersteller überleben, die mindestens sechs Millionen Autos pro Jahr produzieren", sagt zum Beispiel, Thierry Huon, Auto-Analyst beim Broker Exane-BNP Paribas. PSA alleine kommt mit den Konzernmarken Peugeot und Citroën gerade mal auf die Hälfte dieses Wertes.

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