Autokrise
Opel will sich von GM abnabeln

Der Rettungsplan ist da. Der schwer angeschlagene Autobauer Opel will in Zukunft auf eigenen Füßen stehen - in einer selbstständigen Gesellschaft. Zugleich will Opel trotzdem weiter ein Teil von Konzernmutter General Motors bleiben. Damit der Plan gelingt, benötigt der deutsche Autobauer Milliarden. Die Bundesregierung ist nicht begeistert.

RÜSSELSHEIM. Im Ringen die die Zukunft des Autobauers Opel hat der kriselnde Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) die Weichen für eine größere Eigenständigkeit der Rüsselsheimer gestellt. Alle europäischen Aktivitäten von Opel und deren Schwestermarke Vauxhall sollen im Rahmen des am Freitag verabschiedeten Zukunftskonzeptes künftig von GM Europa wieder zurück unter das Dach von Opel verlagert werden, sagte GM-Europa-Boss Carl-Peter Forster nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in Rüsselsheim.

Zielrahmen von GM sei es aber vorerst, die Mehrheit an diesem neuen Unternehmen zu halten. Auch eine Abgabe von mehr als 50 Prozent sei allerdings denkbar. Forster bezifferte den Kapitalbedarf von Opel durch die öffentliche Hand auf insgesamt 3,3 Mrd. Euro. Weitere drei Milliarde Euro werde GM durch Sacheinlagen in das neue Unternehmen einbringen. So würden Patente und technische Einrichtungen an Opel zurückgegeben.

Die Bundesregierung hatte die Vorlage eines tragfähigen Zukunftsplanes zur Bedingung für eine Entscheidung über mögliche Staatshilfen gemacht. Opel verhandelt seit November mit Berlin über eine staatliche Bürgschaft. Zuletzt war der Kapitalbedarf des Unternehmens in Unternehmenskreisen auf 3,3 Mrd Euro beziffert worden, allein 2,6 Mrd Euro sollten davon durch Bürgschaften von Bund und Ländern zustande kommen.

Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend auf die Pläne. Es sei noch immer nicht erkennbar, wie eine Ablösung des Unternehmens vom Mutterkonzern vollzogen werden solle, hieß es in Regierungskreisen. Die klare Trennung ist aus Sicht der Bundesregierung aber entscheidende Voraussetzung für die Gewährung von Hilfen. Es soll unter allen Umständen verhindert werden, dass deutsche Hilfen am Ende auf Konten des Opel-Mutterkonzerns GM in den USA landen.

Forster betonte jedoch, dass die 3,3 Mrd. Euro den gesamten Bedarf an öffentlichen Hilfen von allen europäischen Regierungen beziffere. Der GM-Europa-Boss betonte, dass der Plan in enger Abstimmung mit der Bundesregierung entstanden sei und das Konzept der Regierung ab Montag vorgestellt werde. Bereits am Freitag wollte Forster noch telefonischen Kontakt mit Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg aufnehmen.

Bundeswirtschaftsminister zu Guttenberg (CSU) will sich bereits am morgigen Samstag mit den Regierungschefs der Bundesländer beraten, in denen Opel Standorte unterhält. Das sind neben Hessen (Rüsselsheim) und Thüringen (Eisenach) auch Nordrhein-Westfalen (Bochum) und Rheinland-Pfalz (Kaiserslautern). Hessen hat bereits ein Gesetz über eine Bürgschaft für Opel und Zulieferer auf den Weg gebracht.

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