Autokrise
Peugeot: Auch China und Russland sind Problem-Märkte

Der französische Autobauer sieht nun auch die Absatzmärkte in Brasilien, China und Russland gefährdet. Für 2009 erwartet PSA Peugeot Citroen global einen Verkaufsrückgang von 20 Prozent.

HB PARIS. "Was im Moment passiert, ist eine weltweite Katastrophe in der Autoindustrie", sagte PSA-Chef Christian Streiff am Dienstag dem Sender RTL Radio. Auch 2010 werde schwierig werden.

"Der brasilianische Markt, der chinesische Markt und der russische Markt sind ebenso wie der europäische Markt aus der Spur", sagte Streiff. "Alles zusammen läuft auf einen Rückgang von mehr als 20 Prozent hinaus." Peugeot legt in dieser Woche seine Geschäftszahlen vor. Die Gewerkschaft CGT schließt nicht aus, dass der Konzern aufgrund von Abschreibungen und Rückstellungen unter dem Strich Verluste ausweisen muss.

PSA hatte erst am Montag ebenso wie der Rivale Renault drei Milliarden Euro Kredit zu Sonderkonditionen vom Staat erhalten. Dafür sagten die Konzerne zu, in Frankreich keine Werke zu schließen und 2009 auch keine Stellen abzubauen. Die EU-Kommission forderte Frankreich am Dienstag aber zur Klärung offener Fragen auf. Sollte an die Hilfen irgendwelche Bedingungen geknüpft seien, die die Prinzipien eines vereinten Marktes verletzten, würde dies als illegal angesehen und nicht toleriert, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag.

Offen war unter anderem, ob Sarkozy die Konzerne wie angekündigt verpflichtet hat, nicht im Ausland für den Heimatmarkt zu produzieren. Entsprechende Bemerkungen im Vorfeld hatten scharfe Proteste der tschechischen EU-Ratpräsidentschaft ausgelöst, die daraufhin für Ende Februar einen EU-Sondergipfel zum Thema Protektionismus anberaumte. Peugeot baut in Tschechien gemeinsam mit dem japanischen Branchenprimus Toyota Kleinwagen.

Die US-Bank JP Morgan empfahl derweil, die Aktien von PSA, Renault und auch Fiat zu meiden.

Renault ist nach VW der zweitgrößte Autobauer Europas, Peugeot steht an dritter Stelle. Die Bankanalysten warnten, die Vereinbarung von Peugeot und Renault mit der Regierung könnte bei den Autobauern zu Verzögerungen bei notwendigen Umstrukturierungen führen. Auch für Fiat würden staatliche Hilfen erwartet. Dort gebe es einen Finanzbedarf von bis zu zwei Milliarden Euro.

Die Aktien von PSA Peugeot Citroen gaben zwischenzeitlich am Dienstag 3,4 Prozent nach, die von Renault fielen 3,3 und die von Fiat 2,9 Prozent. Bei den deutschen Autobauern verloren Volkswagen zwischenzeitlich 1,4 Prozent, BMW 2,1 Prozent und Daimler 3,8 Prozent.

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