Autokrise
Radikalkur: GM will 47 000 Stellen abbauen

Der Sanierungsplan von General Motors liegt auf dem Tisch - und er hat es in sich. Der angeschlagene US-Autobauer benötigt insgesamt 30 Milliarden Dollar für seine Rettung und will weltweit 47 000 Jobs abbauen. Die Zukunft der Konzerntochter Opel ist ungewiss. Und: Die US-Regierung schließt eine Insolvenz weiter nicht aus.

HB DETROIT/WASHINGTON. Der US-Autobauer General Motors (GM) benötigt in seinem Überlebenskampf neue enorme Milliardenkredite und bringt die deutsche Tochter Opel immer mehr in Gefahr. In seinem der US-Regierung vorgelegten Sanierungsplan verlangt GM insgesamt bis zu 30 Mrd. Dollar (24 Mrd Euro). Das ist mehr als doppelt so viel wie der Konzern bisher bekommen hat. Auch Wettbewerber Chrysler will weitere Milliardenhilfen - insgesamt nun neun Mrd. Dollar. Ohne weiteres Geld drohe die rasche Pleite, warnten beide Hersteller.

Die Zukunft der deutschen Tochter Opel ließ GM-Chef Rick Wagoner bei einer Pressekonferenz in Detroit offen. "Wir sind mittendrin, mit verschiedenen Seiten zu sprechen, darunter auch die deutsche Regierung", sagte er. GM höre sich alle Optionen an. Zu Spekulationen über eine Trennung von Opel sagte Wagoner, bisher sei niemand an GM wegen eines Verkaufs herangetreten. Die Diskussion um eine Herauslösung von Opel aus dem Konzern schlägt derzeit hohe Wellen.

Zu möglichen Werkschließungen in Deutschland wollte sich Wagoner nicht äußern. Opel wird in dem Sanierungskonzept mit der Bezeichnung "2009-2014 Restructuring Plan" nur einmal erwähnt: Mit einem Hinweis, dass mehr als zwei Drittel der potenziellen Opel-Käufer bei einer Insolvenz von General Motors ihre Kaufabsicht ändern würden.

Laut Medienberichten erwägt GM, die Opel-Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen zu schließen und das Werk Eisenach zu verkaufen. Mit der Bundesregierung verhandelt Opel wegen der GM-Schieflage über eine Bürgschaft von bis zu 1,8 Mrd. Euro. Der Sanierungsplan von GM sieht die Streichung von weltweit 47 000 weiteren Stellen binnen dieses Jahres vor, davon 26 000 außerhalb der USA. Außerdem sollen fünf US-Werke geschlossen werden.

Die Zahl der in den USA angebotenen Marken wird dem Sanierungsplan zufolge von acht auf vier halbiert. Übrig bleiben Chevrolet, Buick, Cadillac und GMC. Die Marke Hummer soll verkauft werden; eine Entscheidung wird bis Ende März erwartet. Die Marke Saturn soll bis Ende 2011 eingestellt werden. Für Pontiac und Saab werden die verfügbaren Optionen noch geprüft. Beschleunigen will General Motors die Entwicklung von energieeffizienten Fahrzeugen mit Hybrid-Antrieb. Bis 2012 sollen 14, bis 2014 insgesamt 26 solcher Modelle angeboten werden.

Nach der Bekanntgabe des Sanierungsplans für den US-Autobauer General Motors (GM) hat NRW- Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) Informationen über die Auswirkungen in Deutschland verlangt. "Es ist jetzt Aufgabe von Opel, zu sagen, wie langfristig das Zukunftskonzept aussieht", sagte Rüttgers während seiner USA-Reise bei einer Veranstaltung in der deutschen Botschaft in Washington.

"Wir haben gesagt, wir sind bereit zu helfen, aber das geht nur, wenn man weiß, wohin die Reise geht", betonte Rüttgers.

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