Autokrise
Toyota scheidet aus dem Kampf um die Weltspitze aus

Der Autobauer schraubt seine Prognose runter - und fällt damit weiter hinter die Konkurrenten Volkswagen und General Motors zurück. Die Hybridtechnik soll die Wende bringen. Doch das ist eine riskante Strategie.
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DüsseldorfFür den Automanager Akio Toyoda sind schwierige Zeiten nichts Ungewöhnliches. Als der älteste Sohn des langjährigen Konzernchefs und späteren Ehrenvorsitzenden Shoichiro Toyoda vor zwei Jahren das Steuer bei Toyota übernahm, steckte das Unternehmen in einer schweren Krise. Die globale Absatzflaute traf den Konzern hart, erstmals in der Firmengeschichte musste Toyota einen Verlust ausweisen.

Jetzt sind seine Qualitäten als Krisenmanager erneut gefragt. Das Jahr 2011 war ein Desaster: Naturkatastrophen und Missmanagement haben das Unternehmen wieder in eine schwierige Lage gebracht. Kaum hat sich der bisherige Branchenprimus von Sturmflut und anschließender Kernschmelze berappelt, werfen die Flut in Thailand und der starke Yen den Konzern abermals aus der Spur.

Die Folgen sind dramatisch. Heute Vormittag musste das Unternehmen erneut seine Prognose für das Gesamtjahr kassieren: Toyota rechnet jetzt nur noch mit einem Betriebsgewinn von 200 Milliarden Yen, umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro. Das liegt rund 60 Prozent Prozent unter dem Vorjahreswert und deutlich unter den Vorhersagen der Analysten. Auch die Absatzprognose korrigiert der Konzern nach unten: Rund 7,6 Millionen Autos wollte Toyota eigentlich in diesem Jahr verkaufen, jetzt sollen es weniger als 7,4 Millionen sein. Im vergangenen Jahr waren es noch rund 8,4 Millionen.

Für die stolzen Japaner ist das bitter: Toyota scheidet vorerst aus dem Kampf um die Weltspitze des Automarkts aus. Mit rund 9 Millionen verkauften Fahrzeugen wird Konkurrent General Motors nach Berechnungen des Center of Automotive Management in diesem Jahr endgültig auf Platz eins landen. Toyota kommt nur noch auf Platz drei, den zweiten Platz erobert der deutsche Autobauer Volkswagen.

Vor allem in den Vereinigten Staaten lief es für die Japaner schlecht. Die Pannenserie um vermeintlich kaputte Fußpedale kostete den Autobauer seine Marktposition. Toyota musste zusehen, wie Ford vorbeizog. Mit einer Produktoffensive will Automanager Toyoda den Konzern jetzt auf Angriff trimmen – und  verlorene Marktanteile zurückgewinnen.

Auf dem amerikanischen Markt setzt Toyota dabei auf die Hybridtechnologie. Im kommenden Frühjahr wird der Hersteller in Amerika zwei neue Modelle des Prius in die Autohäuser bringen, außerdem soll die Elektrotechnik auf andere Fahrzeugsegmente übertragen werden: So entwickeln die Japaner gemeinsam mit Ford Hybridmotoren für Geländeautos und Lastwagen.

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  • Hier wird einfacher Konkurrenzkampf beschrieben. Aber so einfach ist es nicht. Einzig und allein die japanischen Autobauer litten unter der gewaltigen Naturkastastrophe vom 11.März, und tun es noch immer. Hunderte von Milliarden Schäden. da kann sich Volkswagen und Co. doch insgeheim freuen. Nach so etwas kann man doch nicht einfach zur Tagesordnung zurück !! Diese Folgeschäden wird Japan und seine gesamt excellente Industrie noch auf Jahre belasten. Hier wurde doch ein ganzes Land in einer völlig neuen Dimension belastet. Der Rest der Welt heuchelt doch nur Mitleid, freut sich aber insgeheim über die neuen Wettbewerbsvorteile. Japan ist ein aussergewöhnliches Volk was immer großes zustande bringt. Sie werden auch das überstehen. Und die Welt wird wieder staunen. HOCH LEBE JAPAN. Im übrigen wird hier unterstellt, das japanische Firmen genauso um Weltspitze buhlen, wie Deutsche oder Amerikaner. das ist falsch und widerspricht auch der japanischen Mentalität. Westlich Rücksichtslosigkeit herrscht Gott sei Dank nicht überall.

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