Autokrise
Volvo streicht 3400 Arbeitsplätze

Der zum krisengeplagten US-Konzern Ford gehörende schwedische PKW-Hersteller Volvo wird 2721 seiner rund 24 000 Mitarbeiter in Schweden kündigen. Weitere 680 Arbeitsplätze gehen im Ausland verloren. Das teilte Volvo am Stimmsitz in Göteborg mit. Die Kündigungen seien eine Folge der anhaltenden Rezession, hieß es.

STOCKHOLM. Die betroffenen Mitarbeiter verlassen das Unternehmen bereits zum Jahreswechsel, werden aber während der Kündigungsfrist ihren Lohn weiter beziehen.

Ursprünglich hatte Volvo die Streichung von rund 6000 Arbeitsplätzen angekündigt. Dass nun deutlich weniger den Konzern verlassen müssen, liegt unter anderem an Vorruhestandsregelungen. Außerdem hätte man in einzelnen Sparten wie der IT-Abteilung und bei den Reisekosten mehr sparen können als zunächst angenommen worden war. Zusätzlich zu den jetzt ausgesprochenen Kündigungen werden Zeitverträge von insgesamt 1215 Beratern nicht verlängert.

Volvo leidet unter einem dramatischen Absatzeinbruch und den finanziellen Problemen des Mutterkonzerns Ford. Konnte Volvo noch bis vor drei Jahren regelmäßig Milliardenschecks nach Detroit schicken, schreibt das Unternehmen seitdem selbst hohe Verluste. Wie die zu General Motors gehörende zweite schwedische PKW-Marke Saab hoffen beide Konzerne auf Hilfe durch die schwedische Regierung.

Die hat gerichtete Finanzspritzen an Saab und Volvo abgelehnt. Auch in dem am vergangenen Freitag präsentierten Konjunktur-Programm finden sich keine Maßnahmen für die angeschlagenen Automobilkonzerne. Dagegen erwägt die schwedische Regierung offenbar Überbrückungskredite an die notleidende schwedische Fahrzeugindustrie.

Nach bislang unbestätigten Angaben der schwedischen Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" diskutieren Vertreter des Wirtschaftsministerium mit den beiden PKW-Herstellern Saab und Volvo sowie den bieden LKW-Produzenten Scania und Volvo über die Bildung eines gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungszentrums. Dieses neue Unternehmen könnte in staatlicher Regie geführt werden und für die vier Fahrzeug-Bauer Forschungsaufträge ausführen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Die Börse reagierte positiv auf die Sparmaßnahmen von Volvo: Der Kurs der Volvo-Aktie stieg zwischenzeitlich um knapp acht Prozent.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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