Autokrise
VW-Chef: Autokonjunktur bricht dramatisch ein

VW-Chef Martin Winterkorn rechnet nach Medienberichten für die Automobilbranche mit dem Schlimmsten - geht aber davon aus, dass Volkswagen mit einem blauen Auge davon kommen dürfte. Aber: Ein "weiter so" wird es allerdings nicht geben.

HB MÜNCHEN. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn rechnet mit einem dramatischen Einbruch der Autokonjunktur, sieht sein Unternehmen aber noch relativ glimpflich davonkommen. 2009 werde der Absatz weltweit um 20 Prozent zurückgehen, sagte Winterkorn der "Süddeutschen Zeitung": "Wir werden besser als der Markt sein. Aber auch für den Volkswagen-Konzern könnte sich ein Rückgang von etwa zehn Prozent ergeben." Kurzarbeit sei im Gegensatz zu einigen Konkurrenten derzeit nicht geplant.

Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass VW sehr gut aufgestellt sei. "Aber auch für uns gilt: Ein "weiter so' kann es nicht geben." Bei einem bevorstehenden Führungskräftetreffen in Dresden, "werden alle auf die vor uns liegende schwierige Phase eingeschworen", kündigte der VW-Chef an. Volkswagen sei insgesamt aber in starker Verfassung. "Unsere Mehrmarkenstrategie zahlt sich gerade jetzt aus." VW habe die richtigen Fahrzeuge und die richtigen Motoren. An der Prognose für das laufende Jahr halte er fest, sagte Winterkorn nach Angaben der Zeitung.

Die Branche steht nach seiner Einschätzung vor schmerzhaften Veränderungen. Ein Zusammenbruch eines großen Konkurrenten hätte schlimme Folgen. An dem Bau eines neuen Werks in den USA halte der Konzern trotz der Turbulenzen in den USA fest. "Die USA werden weiterhin Autos brauchen, die Mobilität in den USA ist nur mit Autos zu gewährleisten. Deshalb liegen wir mit dieser Investition genau richtig. Wir wollen für die Zeit nach dem Abschwung gerüstet sein", sagte Winterkorn.

In China hat das Wolfsburger Unternehmen seine Produktion nach Medienberichten teilweise gestoppt. Betroffen sind die Werke in Changchung in der Nordostprovinz Jilin und in Shanghai, die beide mit chinesischen Partnern als Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden. Bei der Shanghai Volkswagen Automotive werde die Produktion von Mitte Dezember bis Anfang Juni ruhen, berichtete die Zeitung "Beijing Ribao".

Nach Informationen des staatlichen Fernsehens soll die Produktionspause für Wartungsarbeiten genutzt werden. Volkswagen verkaufte im vergangenen Jahr 910 000 Autos in China. Im November brach der Absatz der Automobilindustrie in China um 16 Prozent ein.

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