Autokrise
VW tritt auf die Bremse

Betriebsversammlungen sind selten ein gutes Zeichen. So auch bei VW: Betriebsratschef Osterloh kündigte den Beschäftigten eine zwei Jahre währende Talfahrt. Jobs sollen dennoch akut nicht in Gefahr sein. Dennoch gilt: Dem Absturz der Weltwirtschaft kann sich VW nach eigenen Angaben nicht entziehen.

HB HAMBURG. Volkswagen wird nach Einschätzung von Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh seine Absatzziele in den nächsten zwei Jahren verfehlen. „Die Finanzkrise wird uns daran hindern, die ursprünglichen Wachstumsziele in den nächsten zwei Jahren nach Fahrplan zu erreichen“, sagte Osterloh auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg vor 12 000 VW-Beschäftigten.

Allerdings gebe es bei Volkswagen keinen Grund zu Schwarzmalerei, sagte Osterloh. „Wir stehen besser da als andere und haben mit der Strategie 18plus das Rüstzeug, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen.“ Bei den Wolfsburgern ist ein dreiwöchiger Produktionsstopp vom 18. Dezember bis 11. Januar geplant. Damit ist die Pause fünf Tage länger als sonst über Weihnachten üblich. Konkurrent Daimler drosselt die Produktion in seinen Pkw-Werken ebenfalls, schickt allerdings Zehntausende Beschäftigte bis Ende März in Kurzarbeit. Auch BMW spürt die Absatzkrise bei Neuwagen, kommt aber noch ohne Kurzarbeit aus. Der Münchener Autobauer nutzt die Weihnachtspause für eine vierwöchige Zwangspause.

Europas größter Autobauer Volkswagen hat angesichts der weltweiten Absatzschwäche seine Investitionen auf den Prüfstand gestellt. VW-Arbeitsdirektor Horst Neumann hat die Belegschaft des Autobauers in der letzten Betriebsversammlung des Jahres auf schwierige Zeiten eingestimmt. Bei aller Stärke könne sich auch der VW-Konzern nicht dem extremen Absturz der Weltwirtschaft entziehen, sagte Neumann Wolfsburg. „Um die bevorstehende Durststrecke durchzustehen, treten wir bei Ausgaben und Investitionen ... auf die Bremse.“

Gleichzeitig will VW mehr spritsparende Fahrzeuge und alternative Antriebe wie Elektroautos auf den Markt bringen. Für deren Entwicklung und Investitionen im Rahmen der vom Aufsichtsrat kürzlich beschlossenen Strategie „18plus“ veranschlagt der Konzern jährlich Ausgaben von mehr als acht Mrd. Euro.Zudem soll die Produktivität der Werke gesteigert werden. VW will binnen zehn Jahren zum japanischen Rivalen Toyota aufschließen. Auf dem Weg dahin soll der Konzernabsatz bis 2018 um fünf Mio. auf über elf Mio. Fahrzeuge gesteigert werden. Die Kernmarke VW soll ihre Auslieferungen von 3,6 Mio. im vergangenen Jahr auf 6,6 Mio. Einheiten steigern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%