Autokrise
Zulieferer: Für GM bald nur noch gegen Cash

Neue Wendung bei General Motors: Die drei wichtigsten Zulieferer des US-Automobilherstellers General Motors Corp (GM) denken darüber nach, den angeschlagenen Konzern künftig nur noch gegen Barzahlung zu beliefern. Die Lage bei dem amerikanischen Autohersteller wird offenbar immer dramatischer.

HB LOS ANGELES. Es ist ein weiteres Kapitel im Abstieg von General Motors. Amerikanische Automobilzulieferer bestätigten am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, dass die Möglichkeit erwogen wird, GM nur noch gegen Barzahlung zu beliefern. Und zwar für den Fall, dass GM keine zusätzlichen Mittel von der Regierung erhält. „Wir müssen uns an diesem Punkt selbst beschützen“, sagte einer der Verantwortlichen. „Wir haben auch noch andere Kunden die unsere Produkte brauchen und wir müssen unsere Leute bezahlen, um unsere Anlagen offen zu halten.“

Bisher sei aber noch keine endgültige Entscheidung in der Angelegenheit getroffen worden. Nach Einschätzung von Branchenexperten dürfte sich die zum jetzigen Zeitpunkt bereits prekäre Liquiditätslage des Automobilherstellers weiter verschlechtern, sollten die wichtigsten Automobilzulieferer nur noch gegen Bargeld liefern. GM hatte im Zuge der Veröffentlichung des Drittquartalsergebnisses Anfang November vor einem Liquiditätsengpass gewarnt. Für das Jahr 2008 sieht GM die zur Aufrechterhaltung der Geschäfte notwendige Liquidität zwar als gesichert an. In der ersten

Jahreshälfte 2009 rechnet das Detroiter Unternehmen allerdings damit, dass die Liquidität „beträchtlich unter dieser Marke liegt“, sollten sich die Wirtschaftslage und die Situation in der Branche nicht deutlich verbessern. Alleine im Zeitraum zwischen Juli und September verbrannte GM nach eigenen Angaben fast sieben Mrd Dollar an Barmitteln. Damit liegt die Liquidität des Konzerns noch bei 16,2 Mrd Dollar - elf Mrd bis 14 Mrd Dollar braucht das Unternehmen nach eigenen Angaben zur

Einziger Ausweg scheint momentan eine erneute staatliche milliardenschwere Kapitalspritze zu sein. Doch die ums Überleben kämpfende US-Automobilindustrie kann im Moment - zumindest vorerst - auf keine staatliche Hilfe hoffen. Nachdem sich am Donnerstagabend zunächst eine Einigung auf ein Rettungspaket abgezeichnet hatte, zerstoben diese Hoffnungen wenige Stunden später. „Die traurige Realität ist, dass niemand einen Vorschlag gemacht hat, der eine Chance hat, die beiden Häuser zu passieren und von Präsident Bush unterzeichnet zu werden“, sagte Senator Harry Reid, Mehrheitsführer im Senat.

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