Automärkte eingebrochen
Die Ära der Geländewagen und Pick-ups ist vorbei

Die hohen Spritpreise zeigen Wirkung: in Deutschland brach der Automarkt um sechs Prozent ein, in den USA gar um elf Prozent. Vor allem große Autos sind immer weniger gefragt. In Amerika ist Ära der schweren Geländewagen und Pick-ups vorbei. Für die US-Autobauer eine Katastrophe - für die deutschen und asiatischen nicht. Ein japanischer Kompaktwagen ist das meist verkaufte Auto der USA. Die "Big Three" von Detroit sind geschlagen - und arbeiten an einem Comeback.

HB FRANKFURT/DETROIT. Umweltdiskussionen, Steuerdebatten und hohe Spritpreise. Gift für die Automärkte in Deutschland und in den USA. In beiden Ländern sind die Absätze teils dramatisch eingebrochen. Im traditionell wichtigen Verkaufsmonat Mai brach die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland um sechs Prozent auf 275 300 Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahresmonat ein, meldete der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt.

Die Rekordpreise beim Diesel bremsten den Absatz von Dieselautos besonders kräftig. Das Exportgeschäft blieb dagegen robust. "Wir brauchen endlich Klarheit über die Ausgestaltung der steuergesetzlichen Rahmenbedingungen, um den Knoten auf dem Inlandsmarkt zu lösen", forderte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Er verlangte von der Politik, die Reduzierung der Pendlerpauschale zurückzunehmen und die Autofahrer zu entlasten.

Der Präsident des Zentralverbands, Robert Rademacher, forderte die Bundesregierung auf, die Entscheidung über eine an den Kohlendioxid-Ausstoß gekoppelte Kfz-Steuer wieder in das geplante Klimapaket aufzunehmen oder die Kfz-Steuer per Steuertausch mit den Ländern in die Regie des Bundes zu übernehmen. Andernfalls müsse die Regierung das Scheitern der seit 2006 diskutierten Reformpläne eingestehen. "Alle Beteiligten brauchen jetzt den Mut zu einer Entscheidung", sagte Rademacher. Hersteller und Handel benötigten klare Aussagen.

Trotz der schwachen Mai-Zahlen bleibt in den ersten fünf Monaten ein Absatzplus von vier Prozent auf knapp 1,33 Millionen Fahrzeuge übrig - allerdings war das Vergleichsjahr 2007 wegen der Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent besonders schwach ausgefallen. "Eine Entspannung auf dem Automobilmarkt ist bislang kaum erkennbar, da das Marktvolumen der Jahre vor der Mehrwertsteuererhöhung bislang nicht wieder erreicht wurde", schreibt der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK).

Der Verband der Autoindustrie hält nach der Berg- und Talfahrt des Automarktes vorerst an seiner Prognose für das laufende Jahr fest und erwartet einen leichten Anstieg der Neuzulassungen von 3,15 auf 3,2 Millionen Wagen. Auf eine Abkühlung des Marktes weist laut Verband auch der aktuelle Auftragseingang aus dem Inland hin. Die Bestellungen seien im Mai um neun Prozent gesunken. Der Rekordpreis für Diesel-Kraftstoff bremst den Diesel-Absatz. Laut VDIK ging der Anteil von Diesel-Autos an den Neuzulassungen im Mai gegenüber Vorjahr von 47,4 auf 44,5 Prozent zurück.

Seite 1:

Die Ära der Geländewagen und Pick-ups ist vorbei

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%