Automarkt
Daimler-Chrysler verhandelt über Bus-Produktion in Indien

Der indische Automarkt bietet langfristig großes Wachstumspotenzial und wird für international agierende Unternehmen zunehmend interessanter. Nun verhandelt auch Daimler-Chrysler mit dem indischen Fahrzeughersteller Sutlej Motors über eine Zusammenarbeit. Nach Informationen des Handelsblatts spricht Daimler aber nicht nur mit Sutlej.

mwb STUTTGART. „Wir prüfen die Voraussetzungen für einen Markteintritt in Indien und führen in diesem Zusammenhang auch Gespräche mit Sutlej“, sagte eine Sprecherin von Daimler-Chrysler. Weitere Details nannte sie nicht.

Nach einem indischen Zeitungsbericht rechnet Sutlej Motors damit, spätestens im nächsten Jahr Busse in der oberen Preisklasse für Daimler-Chrysler zu fertigen und auf den Markt zu bringen. „Daimler-Chrysler schätzt Indien als attraktiven Markt ein, und wir haben eine Vereinbarung mit ihnen unterschrieben“, zitierte die „Economic Times“ Kreise des indischen Unternehmens mit Sitz im nördlichen Bundesstaat Punjab. „Zu einer angeblichen Vereinbarung geben wir keinen Kommentar“, sagte die Sprecherin.

Auf dem indischen Omnibus-Markt sind Tata Motors, Ashok Leyland und der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo mit eigener Produktion vertreten. Konkurrent MAN zieht mit dem Joint-Venture-Partner Force gerade eine Fertigung mit einer Kapazität 24 000 LKWs hoch.

Daimler-Chrysler hält an Tata nach eigenen Angaben einen Anteil von 6,8 Prozent. In der Branche heißt es, dass der Konzern auf dem indischen Markt sondiert. Indien gilt nach China als einer der Zukunftsmärkte der Autoindustrie. In Poona unterhalten die Schwaben ein Montagewerk für Personenwagen. Auch BMW baut gerade ein Montagewerk.

Experten rechnen in den nächsten zehn Jahren in Indien mit einem jährlichen Wachstum von acht Prozent in der Autoproduktion. Bereits heute werden in Indien 1,6 Mill. Fahrzeuge produziert. Der PKW-Markt hat sich seit 1998 auf eine Million Fahrzeuge verdoppelt. Das LKW-Segment brauchte für die Verdopplung nur drei Jahre. In vielen Großstädten Indiens läuft öffentlicher Nahverkehr fast ausschließlich über Busse und Taxen, da Bahnsysteme fehlen.

Ein erfolgreicher Abschluss wäre ein erstes Zeichen, dass langsam wieder Bewegung in die Asienstrategie von Daimler-Chrysler kommt nach den herben Rückschlägen der vergangenen Jahre. Die Beteiligungen an Hyundai und Mitsubishi scheiterten, begleitet von horrenden Verlusten. Aus dem japanischen Abenteuer blieb nur die Nutzfahrzeugsparte Fuso übrig. Und in China kommt Daimler auch nur sehr langsam voran.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%