Automarkt
Toyotas düstere Prognose für Europa

Es ist eine düstere Prognose, die der japanische Autobauer Toyota für den europäischen Automarkt parat hat. Die Japaner erwarten, dass der Absatz der Branche in diesem Jahr um ein Viertel einbrechen wird. Und laut einem Medienbericht soll Toyota für seine Finanzsparte um Staatshilfen gebeten haben. Ein Novum.

HB GENF. Die Autobranche wird in Europa laut einer Prognose von Toyota 2009 mehr als ein Viertel weniger Fahrzeuge verkaufen als noch im vergangenen Jahr. Laut einer Schätzung des japanischen Autobauers wird der branchenweite Absatz um 29 Prozent auf 15 Mio. Fahrzeuge fallen. Demnach wird sich das Europa-Geschäft im zweiten Halbjahr noch verschlechtern. Toyota kündigte an, 2009 16 neue Modelle in Europa auf den Markt bringen zu wollen. Dazu zählen demnach auch zwei Hybrid-Fahrzeuge. Toyota erwartet in diesem Bereich einen Umsatzanstieg in Europa von 15 Prozent. 2008 hatten die Japaner in der Region 58 000 Hybrid-Wagen verkauft. Seinen Marktanteil will der Konzern in Europa auf sechs Prozent von 5,3 Prozent im vergangenen Jahr steigern.

Nach amerikanischen und deutschen Autobauern hat einem Medienbericht zufolge auch der japanische Hersteller Toyota um Staatshilfen für seine Finanzierungsbank gebeten. Die Finanzsparte von Toyota habe bei der staatlich abgesicherten Japan-Bank für Internationale Kooperation um einen Kredit in Höhe von 200 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro) gebeten, berichtete der Fernsehsender NHK ohne Angaben von Quellen.

Mit den Mitteln sollten die steigenden Kredit-Kosten von Toyota in den USA abgefedert werden. Ein Toyota-Sprecher erklärte, man prüfe den Bericht.

Über günstige Kredite ihrer Autobanken wollen Hersteller den Verkauf ihrer Fahrzeuge ankurbeln. Auch in Deutschland stehen die Finanzsparten namhafter Autohersteller wegen der Kreditkrise und rückläufigem Absatz unter Druck.

Volkswagen kündigte deshalb im Dezember an, das Rettungspaket der Bundesregierung für seine Finanztöchter in Anspruch zu nehmen. Der weltgrößte Autobauer Toyota erwartet in dem im März endenden Geschäftsjahr den ersten Betriebsverlust seiner Firmengeschichte. Viele Experten gehen davon aus, dass auch andere japanische Großunternehmen vor dem Ende des Geschäftsjahrs bei staatlichen Instituten um Hilfen anklopfen werden.

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