Automatenbetreiber
Selecta stößt bei Bietern auf Interesse

Eine Handvoll Finanzinvestoren interessieren sich für den Snack- und Getränkeautomatenbetreiber, heißt es aus Bankenkreisen. Bis zum 25. Juli sollen Gebote abgegeben werden.
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LondonDer Snack- und Getränkeautomatenbetreiber Selecta stößt Bankenkreisen zufolge auf Interesse einer Handvoll Finanzinvestoren. In der zweiten Bieterrunde erwarten die Banker bis zum 25. Juli Gebote von den Beteiligungsgesellschaften Advent, Apax Partners und BC Partners. Auch Oaktree habe den Prozess genau verfolgt, hieß es am Dienstag. Dagegen habe der Finanzinvestor CVC, dem bereits der Selecta-Rivale Autobar gehört, sich offenbar nicht an dem Bieterverfahren beteiligt.

Selecta gehört seit 2007 der Beteiligungsparte des Versicherers Allianz, ACP, die damals 772,5 Millionen Pfund (970 Millionen Euro) an die britische Compass Group bezahlt hatte. 690 Millionen Pfund davon waren nach Daten von Thomson Reuters LPC mit Schulden finanziert. Der Verkauf soll fünf Jahre später mindestens 700 Millionen Euro bringen. Die Investmentbank HSBC, die den Prozess organisiert, wolle Bietern aus der Private-Equity-Branche dafür Kredite von mindestens 600 Millionen Pfund zur Verfügung stellen.

Einige Bieter haben sich Bankern zufolge zurückgezogen, weil es das Unternehmen in fünf Jahren nicht geschafft habe, seinen Schuldenberg aus den operativen Gewinnen maßgeblich zu tilgen. "In das Unternehmen ist nicht ordentlich investiert worden, aber da steckt eine Menge Potenzial darin, mit einem neuen Eigentümer, der richtigen Kapitalstruktur und einem Schwerpunkt auf die richtigen Regionen die Margen zu steigern und wieder für Wachstum zu sorgen", warb ein Banker. Selecta ist mit 150.000 Verkaufsautomaten in 22 Ländern der größte Automaten-Betreiber in Europa. Das Unternehmen fuhr mit 5500 Mitarbeitern zuletzt 700 Millionen Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 130 Millionen Euro ein.

Selecta ist neben Anteilen an der Fähr-Reederei Scandlines eine der letzten verbliebenen klassischen Firmenbeteiligungen von ACP. In der Finanzkrise hatte die Allianz hier kräftig auf die Bremse getreten. Den Druckmaschinenbauer Manroland ließ ACP sogar in die Insolvenz gehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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