Automationsgeschäft
Siemens gliedert weiter aus

Offenbar will Siemens eine weitere Konzernsparte ausgliedern. Die Geschäftseinheit Electronics Assembly Systems (EAS) mit gut 2 000 Beschäftigten solle eigenständig am Markt auftreten, sagte ein Siemens -Sprecher in München.

HB MÜNCHEN. Der Bereich, der Bestückungsautomaten für Elektronikkomponenten und Leiterplatten herstellt, gehöre nicht mehr zum Kerngeschäft. Eine Ausgliederung ist oft der erste Schritt zu Verkauf oder Fusion. Konzern-Chef Peter Löscher kündigte unterdessen an, dass Siemens für 2008 keine weiteren Gewinneinbußen erwarte. Zu Wochenbeginn hatte er einen Gewinneinbruch um 900 Millionen Euro gemeldet.

EAS könnte bereits zum Ende des Geschäftsjahrs im September abgespalten werden, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". In einem zweiten Schritt solle das Geschäft entweder an einen Interessenten verkauft oder mit einem Partner zusammengelegt werden. Der Markt der Elektronikkomponenten-Sparte sei hart umkämpft, sagte der Siemens -Sprecher. Das Marktvolumen nehme ab. Deshalb suche Siemens nach starken Geschäftspartnern. Namen möglicher Übernahmeinteressenten wollte der Siemens -Sprecher nicht nennen.

Die Sparte EAS hat nach Konzernangaben zuletzt einen Jahresumsatz im mittleren dreistelligen Millionenbereich gemacht. Etwa die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter ist am Standort München tätig, weitere große Produktionsstätten unterhält der Konzern in Bruchsal und Singapur. Laut Siemens stehen nun zunächst Gespräche mit den Betriebsräten auf der Agenda.

Für die übrigen Geschäftsbereiche von Siemens rechnet Konzern-Chef Löscher nach der Bekanntgabe von massiven Gewinnkorrekturen zu Wochenbeginn nicht mit weiteren Belastungen für das laufende Geschäftsjahr. Zwar könne er keinerlei Garantien geben. "Aber im Energiebereich wurden 80 Prozent der Großprojekte mit den größten Risiken durchleuchtet", sagte Löscher der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Siemens hatte zu Wochenbeginn Belastungen von 900 Millionen Euro allein für das zweite Quartal bekannt gegeben.

In der Konzernsparte Kraftwerkstechnik drohen Vertragsstrafen, weil Liefertermine nicht eingehalten wurden. Zudem erfordern altbekannte technische Mängel bei der Niederflur-Straßenbahn Combino zusätzliche teure Reparaturarbeiten. Die Siemens -Aktien verloren in den vergangenen Tagen zeitweise bis zu 20 Prozent ihres Wertes. Das war der größte Kursverlust des Titels seit Bestehen des Dax.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%