James Hackett

Ford-Präsident James Hackett auf der Autoshow in Detroit: Er ist angetreten, um Ford wieder nach vorne zu bringen.

(Foto: AFP)

Automesse in Detroit Neue Richtung bei Ford

Mehr SUVs, weniger Pkws und Milliarden für Elektroautos. So sieht die Strategie des immer noch frischen Ford-Chefs Jim Hackett aus. Das vergangene Jahr hat das Unternehmen schlechter beendet als erwartet.
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DetroitElf Milliarden Dollar für Elektroautos. Zehn Prozent mehr SUVs und zehn Prozent weniger normale Pkws. So sieht das Rezept des seit sieben Monaten amtierenden Vorstandsvorsitzenden von Ford, Jim Hackett, aus. Aber auch eine schlechte Nachricht hat das Unternehmen am Rande der Automesse in Detroit verkündet: Im vergangenen Jahr hat Ford schlechter verdient als erwartet und rechnet auch im laufenden Jahr mit einem Gewinnrückgang.

Hackett ist angetreten, um Ford wieder nach vorne zu bringen. Neue Technologien setzen den zweitgrößten amerikanischen Autokonzern seit einiger Zeit unter Druck. In vielen Bereichen hinkt Ford nach Ansicht von Investoren und Kunden den Konkurrenten hinterher. Mit dem 62-jährigen Hackett, der seine Karriere mit Büromöbeln gemacht hat, soll es nun ein Branchenferner richten.

„Wir sind von der Fitness des Unternehmens her nicht dort, wo wir sein sollten“, räumt Hackett ein. Er ist am Dienstagabend zum Kongress von des Branchenblatts „Automotive News“ gekommen, um seine Vision der Dinge darzulegen. Im dunkelblau-karierten Anzug mit grauem V-Kragen-Pullover über dem weißen Hemd sitzt er auf der Bühne und gibt sich trotz aller Kritik und den jüngsten Zahlen gelassen. „Wir hinken nicht hinterher“, verteidigt er sein Unternehmen.

Mit seinen jüngsten Ankündigungen zu E-Autos tritt der Ford-CEO Kritikern entgegen, die ihm vorwerfen, den Anschluss bei wichtigen Themen wie E-Mobilität und dem autonomen Fahren zu verlieren. Insgesamt will Ford seine Ausgaben für Elektro- und Hybrid-Autos bis 2022 auf elf Milliarden Dollar erhöhen. Damit verdoppelt Ford seine Investitionen in E-Autos. Das Geld kommt vor allem aus der Pkw-Sparte, deren Modellpalette Hackett nun reduzieren will.

Mit der Konzentration auf SUVs ist Hackett nicht der erste. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne hat schon vor drei Jahren entschieden, in den USA die Produktion von kleinen und mittleren Pkws komplett einzustellen und sich ganz auf SUVs und Pick-ups wie Jeeps und den Dodge Ram zu fokussieren.

Auch mit Kooperationen will der Ford-Chef auf der Höhe der Zeit bleiben. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas hatte Hackett bereits eine Zusammenarbeit mit dem Lieferdienst Postmates angekündigt, der von dem Deutschen Bastian Lehmann mitgegründet wurde. Gemeinsam wollen sie in den kommenden Jahren ein vollautomatisches Roboter-Taxi entwickeln, dass von der Pizza bis zum iPhone alles ausliefern soll.

In Deutschland kooperiert Ford mit der Deutschen Post und deren Tochter Streetscooter. Die Amerikaner liefern das Fahrgestell für den Elektrotransporter. Fords Europachef Steven Armstrong sagte in Detroit, dass man in frühen Gesprächen darüber sei, das Modell in anderen Märkten zu wiederholen. „Jedes Mal, wenn eine neue Technologie einen Markt durcheinander bringt, zerstört sie ihn entweder oder der Markt passt sich ihr an“, ist Hackett überzeugt. Er will sich anpassen. Aber der Ford-Chef weiß, dass die Zeit drängt. „Bei Steelcase hatte ich 20 Jahre, um das Unternehmen richtig aufzustellen“, sagt er. „Diese Zeit habe ich bei Ford nicht.“

Die Aktie von Ford hatte in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt. Die Nachricht über die schwächeren Ergebnisse am Dienstag verpasste dem Kurs nun einen kleinen Dämpfer. Ausführliche Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2017 sollen am 24. Januar veröffentlicht werden. Eine höhere Dividende von insgesamt mehr als drei Milliarden Dollar soll den Investoren die schlechten Nachrichten versüßen.

Ärgerlich für Ford: Der Erzrivale General Motors hatte den Investoren zuvor prognostiziert, auch 2018 einen Rekordgewinn vorzulegen. Dennoch gab es auch bei GM ein paar negative Nachrichten: Wegen Abschreibungen durch die neuen US-Steuergesetze wird das Ergebnis etwas schlechter ausfallen.

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