Automesse Schanghai Daimler ist endlich Klassenbester

Daimler feiert in Schanghai nicht nur die Premiere der frisch überholten S-Klasse, sondern auch sich selbst. Im wichtigsten Automarkt der Welt haben die Stuttgarter die Premiumkonkurrenten endlich hinter sich gelassen.
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Für den deutschen Autobauer ist China ein Jungbrunnen. Quelle: AFP
Daimler-Chef Zetsche in Schanghai

Für den deutschen Autobauer ist China ein Jungbrunnen.

(Foto: AFP)

SchanghaiBei der Inszenierung der S-Klasse hat Daimler noch nie gegeizt. Doch vor Beginn der Autoshow in Schanghai präsentieren die Schwaben ihr runderneuertes Flaggschiff besonders pompös. Rund 500 Zuschauer hat der Konzern in eine Halle des Shanghai Expo Center geladen, um die Weltpremiere für das Facelift der S-Klasse zu erleben. Ein Orchester spielt auf, zwei Tänzer liefern sich ein Duell mit Lichtschwertern. Daimler hat schließlich etwas zu feiern.

Pünktlich zum Jahresbeginn haben die Schwaben im ersten Quartal den Titel des größten Premiumautobauers übernommen, sind mit einem Absatzzuwachs von 26,6 Prozent überraschend an BMW und Audi vorbeigezogen. „Dass es so schnell gehen würde, hätten die wenigsten erwartet“, sagt auch Axel Schmidt, Automotive-Experte der Unternehmensberatung Accenture. „Man kann hier von einer beispiellosen Erfolgsgeschichte sprechen.“

Daimler hat nicht nur Modellpalette und Vertrieb überarbeitet, sondern scheint die Chinesen mittlerweile auch besser zu verstehen. Daimlers China-Chef Hubertus Troska lässt bei der Premiere der S-Klasse gleich zur Begrüßung seinen Charme spielen, beginnt seine Rede auf Chinesisch.

Als er über die drei Streifen der neuen LED-Scheinwerfer spricht, spielt er mit der Nostalgie der Zuschauer. In chinesischen Schulen bekäme der Klassenbeste schließlich ebenfalls eine Schuluniform mit drei Streifen, sagt Troska und blendet ein Bild lachender Schüler ein. Das passt bestens zur Gemütsverfassung des Konzerns. Daimler gefällt sich in Schanghai in der Rolle des Klassenbesten.

Das sind die Bestseller von Daimler
Starke Absatzzahlen
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Beim Stuttgarter Autobauer läuft es rund: Dank neuen Bestwerten beim Absatz hat der Autobauer Daimler auch bei Umsatz und Ergebnis noch einmal deutlich zugelegt. 2017 verbuchte Daimler einen Umsatz von 164,3 Milliarden Euro – sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Lagen die Stuttgarter 2012 noch hinter den Rivalen aus München und Ingolstadt, so ist die Marke Mercedes jetzt mit 2,2 Millionen verkauften Autos 200.000 Einheiten vor BMW und 400.000 Stück vor Audi. Die Bestseller im Überblick.

Kompaktklasse
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2017 war mehr als jedes vierte verkaufte Fahrzeug bei Mercedes-Benz ein Kompaktwagen – insgesamt 620.000 Mal wurde ein Wagen aus dieser Kategorie verkauft. Dazu gehören beispielsweise die A-Klasse (im Bild) und die B-Klasse.

Kompaktklasse
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Wachsen konnte Mercedes Benz im Kompakt-Segment auch, weil die Marke die Modellpalette um Autos wie die Limousine CLA, den CLA Shooting Brake (im Bild) oder den SUV GLA erweitert hat. Die beiden größten Märkte für Kompaktwagen waren Deutschland und China.

Mittelklasse
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Der Bestseller bei Mercedes ist allerdings das Mittelklasse-Modell C-Klasse: Die Limousine und das T-Modell wurden insgesamt 450.000 Mal verkauft. Ein Viertel ging auf die Langversion der C-Klasse Limousine zurück, ein Modell, das ausschließlich in China gebaut und verkauft wird.

Obere Mittelklasse
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Auch die neuen Modelle der Mercedes E-Klasse haben in ihrem ersten Verkaufsjahr Rekorde gebrochen. Nie war die E-Klasse so beliebt wie in den vergangenen zwölf Monaten – 350.000 Mal wurden die Limousine und das T-Modell verkauft. Daimler schaffte es, mit den neuen Modellen eine Absatzsteigerung von 40 Prozent zu erzielen. Größter Abnehmer der Limousine ist China, dort wurden die Verkäufe sogar verdoppelt.

SUV
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Stärkste Produktkategorie ist bei Daimler – wie auch im Vorjahr – das Segment SUVs: Die Beliebtheit der Geländewagen stieg weiter stark an. 850.000 SUVs konnte der Konzern absetzen. Mit 14 Prozent Absatzwachstum trugen die SUVs maßgeblich zum Verkaufserfolg der Marke bei.

SUVs
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Getrieben wurde das Wachstum in dem Segment vor allem durch starke Verkäufe der Kompakt-SUVs. Bestseller waren die Modell GLC (im Bild) und GLA, die auf den Plattformen der C-Klasse und der A-Klasse basieren.

Optisch hat sich die S-Klasse kaum verändert. Warum auch? Selbst nach vier Jahren ist das Modell in China derzeit die Nummer eins in der Oberklasse – vor Audi A8 und BMW 7er.

China ist für die S-Klasse wie für den Konzern insgesamt längst der wichtigste Markt weltweit. Nahezu jedes dritte Oberklasse, das die Schwaben weltweit verkaufen, geht nach China. Beim Luxusmodell Maybach sind es sogar rund 60 Prozent. In der aufstrebenden Wirtschaftsnation sind die Autos mit dem Stern ein begehrtes Statusobjekt. Zu den erfolgreichsten Modellen im Markt gehören die C-Klasse und die Stadtgeländewagen GLC und GLA, die lokal gefertigt werden.

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