Automobil-Branche
Die Kleinen kommen groß raus

In Europa und in den USA bricht der Verkauf spritfressender PKW ein. Jetzt heißt der Trend: "Small is beautiful". Aber können die kleinen Flitzer den Abwärtsstrudel auf den großen etablierten Automärkten aufhalten?

Manchmal hilft nur noch beten. In San Francisco haben kürzlich 200 Menschen an einer Tankstelle für niedrigere Preise gebetet, sie gehören zur Bewegung "Prayer at the Pump" - "Beten an der Zapfsäule". Doch bisher wurden sie nicht erhört. Weltweit klettern die Ölpreise auf neue Höchststände, die Teuerungsrate für Benzin hat auch in Deutschland Rekordniveau erreicht. Eine Entwicklung, die der Autoindustrie immer stärker das Geschäft auf wichtigen Märkten verhagelt.

Neben den USA ist auch in Europa der Verkauf von Neuwagen eingebrochen. Der wichtigste Markt, Deutschland, steuert auf ein weiteres schweres Jahr zu. Der hiesige Automarkt habe nach einem Einbruch im Mai im Juni nur um ein Prozent zugelegt, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Autoverbandes VDA, am Mittwoch in Berlin. Dennoch bekräftigt der Verband für das Gesamtjahr seine Prognose von 3,2 Millionen Neuzulassungen. Das wären nur 50 000 mehr als 2007.

Die rasant gestiegenen Benzinpreise schrecken die Europäer offenbar vom Neuwagenkauf ab. In den ersten fünf Monaten 2008 fiel die Zahl der Neuzulassungen in Europa um 0,7 Prozent auf 6 919 190 Einheiten. Eines der wenigen Segmente, das noch deutlich wächst, sind die margenschwächeren Kleinwagen. Immer mehr Autokäufer entscheiden sich angesichts neuer CO2-Steuern etwa in Spanien und Schweden sowie eines verschärften Malussystems für spritschluckende Autos in Frankreich für ein solches Modell. "Small is beautiful", heißt der Trend auf großen Automärkten.

Allein in Frankreich ist laut der jüngsten Zulassungsstatistik der Marktanteil von Autos mit einem Ausstoß von weniger als 130 Gramm CO2 proKilometer im ersten Halbjahr 2008 von 30,4 Prozent auf fast 43 Prozent hochgeschnellt. Auch in Deutschland verstärkt sich der Trend zu Kleinwagen erheblich. Während PKWs ab der Mittelklasse im Monat Mai weniger gefragt waren, gab es im Mini-Segment ein kräftiges Zulassungsplus von 15,3 Prozent. Insgesamt haben die deutschen Hersteller in den ersten fünf Monaten dieses Jahres laut VDA 27 Prozent mehr Fahrzeuge mit einem CO2-Wert von unter 130 Gramm pro Kilometer abgesetzt als im Vorjahreszeitraum. In den USA, dem größten Automarkt der Welt, dreht die Nachfrage ebenfalls in Richtung kleinerer, sparsamerer Autos.

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