Automobilbranche
Conti zwischen Sieg und Niederlage

Die Lage beim Automobilzulieferer Continental spitzt sich zu. Nachdem bereits Reifenwerke geschlossen werden sollen, trifft es nun auch noch drei europäische Fabriken von ContiTech. Und auch die deutschen Beschäftigten stehen längst nicht mehr auf der sicheren Seite. Nur in Frankreich konnte Conti vor Gericht einen Triumph erzielen - wenn der nicht noch als Pyrrhussieg endet.

ku/HB HANNOVER/PARIS. Die schwere Krise in der Automobilindustrie macht Continental immer mehr zu schaffen. Der Autozulieferer hat inzwischen fast die Hälfte seiner Beschäftigten in Deutschland in Kurzarbeit geschickt, und zwar rund 20 000 Mitarbeiter. Das sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag in Hannover. Der Konzernbereich ContiTech teilte mit, dass drei Werke in Schweden, Spanien und England geschlossen werden, in denen Schläuche gefertigt werden. Ein weiteres Werk in Frankreich werde verkleinert. Betroffen seien insgesamt rund 500 Beschäftigte. ContiTech rechne ab der Jahresmitte mit einer Markterholung.

Der Continental-Konzern steht derzeit wegen der Schließung von Reifenwerken am Stammsitz Hannover sowie in Nordfrankreich mit insgesamt rund 1 900 Beschäftigten massiv in der Kritik. Conti war im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht und hat seinen Sparkurs verschärft. Der Konzern hat in Deutschland rund 45 000 Beschäftigte, weltweit rund 140 000.

Das Landgericht im ostfranzösischen Sarreguemines hat für den deutsche Reifenhersteller Continental entschieden, die Angestellten haben verloren. Das Unterehmen will seine Fabrik in Clairoix nördlich von Paris im März 2010 schließen. Davon hängt das Schicksal von 1 120 Beschäftigten ab. Doch die Angestellten wurden laut Gerichtsurteil in allen Punkten abgewiesen. Sie hatten eine Aussetzung der Schließung der Fabrik und eine Annullierung des Entlassungsprozesses gefordert. Das Urteil wurde bis in den Elyséepalast mit höchster Spannung erwartet.

"Das ist das Schlimmste, was passieren konnte", sagte CFTC-Gewerkschaftssprecher Pierre Ru-beck. Ein Conti-Sprecher freute sich: "Das Gericht hat anerkannt, dass Continental alle legalen Verpflich-tungen der Informationsprozedur und Konsultation der Sozialpartner beachtet hat."

Die französischen Gewerkschaften hatten das Gericht angerufen. Aus Sicht der französischen Arbeitneh-mervertreter brach Continental mit Betriebsvereinbarungen und Arbeits-recht. Unter anderem argumentierten sie, das europäische Arbeitnehmergremium soll nicht rechtzeitig in-formiert worden sein. Das wies das Gericht mit dem Urteil zurück.

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