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Automobilbranche: General Motors baut Präsenz in China aus

Der amerikanische Automobilkonzern will von dem chinesischen Konjunkturprogramm profitieren und hat mit der chinesischen FAW-Gruppe ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Zusammen mit dem Partner will GM leichte Nutzfahrzeuge bauen. Doch der Wettbewerb ist in diesem Bereich sehr groß.

von Andreas Hoffbauer
Produktionsanlage von General Motors in Schanghai. Quelle: ap
Produktionsanlage von General Motors in Schanghai. Quelle: ap

PEKING. Pekings Konjunkturprogramm kurbelt nicht nur die Verkäufe von Kleinwagen an, sondern sorgt auch für einen Boom der Kleintransporter. General Motors(GM) will allein dieses Jahr mehr als 800 000 Kleinbusse und Mini-Transporter verkaufen. Der US-Autobauer hat dafür mit der chinesischen FAW-Gruppe ein weiteres Gemeinschaftsunternehmen zur Fertigung leichter Nutzfahrzeuge gegründet.

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Der Opel-Mutterkonzern baut in China bereits preisgünstige Kleinlaster mit dem chinesischen Autobauer SAIC Motor und dem Hersteller Liuzhou Wuling. GM-China-Präsident Kevin Wale sieht große Absatzchancen: Anders als in den USA würden in China Familien auf dem Land ein günstiges Auto suchen, das sie sowohl für die Familie als auch für die Arbeit nutzen können, sagt er.

Wuling ist Marktführer bei diesen billigen Multi-Transportern. Die Marke konnte in den ersten sieben Monaten bereits 600 000 seiner Kleintransporter verkaufen. Der deutsche Hersteller Volkswagen konnte sich dagegen mit seinem Familientransporter "Caddy" in China nicht durchsetzen. Die 2005 gestartete Produktion, gemeinsam mit FAW in Changchun, wurde von den Wolfsburgern vor gut einem Jahr eingestellt, nachdem der Absatz nie die erhofften Größen erreicht hatte.

Das Auto sei einfach zu aufwendig und zu teuer für China gewesen, sagen Analysten. Mit den Billigvarianten von GM lasse sich dagegen durchaus Geld verdienen, auch wenn die Gewinnspannen sehr gering seien. "Mit Minivans kann man eine Menge Geld machen", sagt etwa Klaus Paur, Direktor der Marktforschungsfirma TNS China in Schanghai, "aber nur, wenn man genug davon verkauft."

GM habe sich gerade im Billigmarkt sehr gut positioniert, lobt Michael Dunne, Analyst von bei J.D. Power in Schanghai. Die Kleintransporter kosten in China oft unter 3 000 Euro, GM hält mit seinen Partnern bereits einen Marktanteil von 50 Prozent. Mit dem VW-Partner FAW will der US-Konzern nun zunächst 100 000 Minibusse und Kleintransporter im Jahr produzieren. Zwei bestehende Werke werden dafür mit zwei Mrd. Yuan (205 Mio. Euro) aufgerüstet.

Zunächst sollen die Fahrzeuge aus diesem Gemeinschaftsunternehmen unter der Marke FAW in China verkauft werden, später sei aber ein Export unter der Marke GM denkbar, sagte Wale. Analysten sind überzeugt, dass andere Hersteller dieser Strategie folgen werden. GM hat vor wenigen Wochen begonnen, Wuling-Minivans aus China nach Südamerika, den Nahen Osten und nach Nordafrika zu verschiffen.

Für den US-Markt oder für den Verkauf in Europa sind die Fahrzeuge jedoch nicht geeignet, sie müssten dafür wesentlich aufgerüstet werden. Der GM-Vorstoß setzt aber die Kleinlaster-Hersteller in China unter Druck. "Der Wettbewerb in diesem Bereich ist sehr groß", sagt Zhang Xin, Analyst bei Guotai Securities in Peking. Im oberen Segment seien die Stückzahlen einfach zu gering.

Das Gemeinschaftsunternehmen für Kleintransporter von Daimler, Fujian Daimler Automotive, hat gerade eine jährliche Produktionskapazität von 40 000 Fahrzeugen. Volkswagen importiert nun Kleintransporter wie den Multivan in die ferne Volksrepublik.

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