_

Automobilbranche: In Indien gilt „Hauptsache billig“

Obwohl der Automarkt in Indien rasend schnell wächst, sind deutsche Hersteller auf dem Subkontinent kaum präsent.  Zu teuer. Die Wagen müssen so billig sein, wie es nur geht.

Der Tata Nano in Mumbai: Der Kleinstwagen des indischen Herstellers verkauft sich gut - er kostet nicht einmal 2500 Euro. Quelle: Serge Attal / VISUM
Der Tata Nano in Mumbai: Der Kleinstwagen des indischen Herstellers verkauft sich gut - er kostet nicht einmal 2500 Euro. Quelle: Serge Attal / VISUM

MumbaiEs gibt nicht viele Orte auf dieser Welt, an denen sich die Menschen nach einem VW Polo umgucken. Doch in den Straßen von Neu Delhi oder Mumbai ist der Kassenschlager aus Wolfsburg eine echte Rarität.

Anzeige

Lediglich die Mercedes S-Klasse, 7er BMWs oder Audi A8 sind gelegentlich zu sehen – auf dem Markt für hochpreisige Luxuswagen haben die Deutschen fast ein Monopol. Doch profitabel wirtschaften lässt sich mit den großen Karossen kaum – schließlich werden im Luxussegment in Indien jedes Jahr nur etwa 15 000 Neuwagen verkauft.

Dabei ist zumindest das Wachstum von Volkswagen in Indien eigentlich ganz beeindruckend. Im vergangenen Jahr konnte der Konzern hier fast dreimal so viele Pkw wie im Vorjahr verkaufen. Auf der anderen Seite aber ist der Erfolg marginal: Die gut 50 000 verkauften Fahrzeuge machen gerade einmal zwei Prozent des rasant wachsenden Pkw-Markts in Indien aus.

Deutsche Autobauer sind auf dem Markt, der als künftiger Wachstumstreiber gilt, noch immer bemerkenswert unterrepräsentiert. Anders die Konkurrenz aus Japan: Ganze Straßenzüge lang steht in Indien Suzuki-Swift an Suzuki-Swift, das beliebteste Auto des Subkontinents – die Modelle sind nur durch die Farbe unterscheidbar.

Marktforschung Wie Chinesen über den Autokauf entscheiden

  • Marktforschung: Wie Chinesen über den Autokauf entscheiden
  • Marktforschung: Wie Chinesen über den Autokauf entscheiden
  • Marktforschung: Wie Chinesen über den Autokauf entscheiden
  • Marktforschung: Wie Chinesen über den Autokauf entscheiden

Maruti-Suzuki verkauft zurzeit rund eine Million Fahrzeuge pro Jahr und ist damit unangefochtener Marktführer, auf Platz zwei folgt Hyundai mit 350 000, auf Platz drei Tata Motors mit 320 000 Fahrzeugen. Damit teilen die drei größten Anbieter zwei Drittel des indischen Pkw-Markts unter sich auf.

Der Grund für den Erfolg: Die Japaner haben stets darauf geachtet, ihre Produktpalette dem indischen Markt anzupassen. Ein Premium-Segment, wie es in Deutschland in allen Fahrzeugklassen existiert, gibt es dort nicht. Jedenfalls nicht im unteren Preissegment. Die Wagen müssen so billig sein, wie es nur geht.

„Die deutschen Anbieter haben den indischen Autokäufer lange Zeit nicht verstanden“, sagt ein Topmanager eines Autoherstellers in Indien. „Deutsche Ingenieurskunst hat zwar einen hervorragenden Ruf, trotzdem ist kaum jemand bereit, dafür auch den Aufpreis zu zahlen, den die Unternehmen verlangen.

Verkaufsstatistik Auf welche deutschen Autos die Amerikaner abfahren

  • Verkaufsstatistik: Auf welche deutschen Autos die Amerikaner abfahren
  • Verkaufsstatistik: Auf welche deutschen Autos die Amerikaner abfahren
  • Verkaufsstatistik: Auf welche deutschen Autos die Amerikaner abfahren
  • Verkaufsstatistik: Auf welche deutschen Autos die Amerikaner abfahren
  • 11.09.2011, 15:24 Uhrmondahu

    Das ist nichts Neues. Man muß sich nur erinnern, wie Deutschland sich nach dem 2. Weltkrieg motorisiert hat. Die Renner hießen Lloyd (der Plastikbomber), Isetta ( oh ja, ein BMW) oder Goggomobil, usw. Das sind in moderner Form heute die Renner in Indien und anderen emmerging markets.

  • Die aktuellen Top-Themen
Deutsche-Bank-Chef: Ackermanns einsamer Abgang

Ackermanns einsamer Abgang

Wie kaum ein anderer hat Josef Ackermann das Bild der Deutschen Bank in der Öffentlichkeit geprägt. Jetzt muss der Schweizer der neuen Doppelspitze Jain/Fitschen weichen. Doch der Führungswechsel hat Spuren hinterlassen.

Volkswagen: VW in Chinas wildem Westen

VW in Chinas wildem Westen

Chinas Westen glänzt mit Wachstumsraten. VW will hier jährlich 50.000 Autos produzieren. Der Aufschwung soll soziale Konflikte lindern. Damit gerät VW allerdings zwischen die Fronten eines ethnischen Konflikts.

Übernahmekarussell: Deutsche Wohnen kauft milliardenschweres Wohnungspaket

Deutsche Wohnen kauft milliardenschweres Wohnungspaket

Mit dem Kauf von fast 24.000 Wohnungen stemmt die Deutsche Wohnen als vierter Immobilienkonzern in diesem Jahr eine milliardenschwere Übernahme in Deutschland. Der Bestand des Konzern wächst damit um fast die Hälfte.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft

  • Business-Lounge
Business-Lounge: Die großen Auftritte der Entscheider

Die großen Auftritte der Entscheider

Premieren, Feste, Symposien oder Jubiläen – es gibt viele Anlässe, bei denen die Größen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Mittelpunkt stehen. Verfolgen Sie die Auftritte in Bildern.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DEUTSCHLANDS ANZEIGENPORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Verkaufsangebote Verkaufsgesuche




 

.