Automobilbranche
Investoren machen Daimler Druck

Kurz vor der Hauptversammlung am Mittwoch steigt der Druck auf den Autokonzern Daimler, mit weiteren Einschnitten auf die schwere Branchenkrise zu reagieren: Große Fondsgesellschaften mahnen weitere Restrukturierungsschritte an. Daimler hat 2008 nach eigenen Angaben rund 60 000 Fahrzeuge mehr produziert als verkauft.

STUTTGART/FRANKFURT. Kurz vor der Hauptversammlung am Mittwoch steigt der Druck auf den Autokonzern Daimler, mit weiteren Einschnitten auf die schwere Branchenkrise zu reagieren. Nach einer Umfrage des Handelsblatts unter Fondsgesellschaften sehen mehrere institutionelle Investoren die Notwendigkeit, noch mehr zu sparen.

"Daimler hat proaktiv bereits erste wichtige Maßnahmen ergriffen", sagte DWS-Fondsmanager Henning Gebhardt. "Mittelfristig wird sich allerdings nicht vermeiden lassen, dass neben Kurzarbeit weitere Restrukturierungsschritte eingeleitet werden müssen." Die Kostenstruktur müsse im Daimler-Konzern überprüft werden, fordert auch Ingo Speich, Fondsmanager von Union Investment. Jürgen Meyer, Fondsmanager bei SEB Asset Management, sieht ebenfalls keinen anderen Weg. "Falls sich der gegenwärtige Nachfrageeinbruch als dauerhaft erweisen sollte, müsste die komplette Industrie Kapazitäten kürzen oder dauerhaft stilllegen", sagte der Fondsmanager.

Die Fonds sehen Daimler allerdings deutlich besser positioniert als den Großteil der Konkurrenz und stellen dem Management ein gutes Zwischenzeugnis aus. "Insgesamt muss man aus Sicht der Investoren festhalten, dass das Management die Krise proaktiv angeht - und das ist das Wichtigste", urteilt Gebhardt.

Dennoch rechnen Analysten und Investoren damit, dass Daimler auch nach dem angekündigten Einstieg des arabischen Großaktionärs Aabar aus Abu Dhabi mit 9,1 Prozent weiter Geld verbrennt. Im vierten Quartal 2008 waren das noch 3,6 Mrd. Euro. Schaffen die Stuttgarter es nicht, diesen Trend zu stoppen, würden sie weiter pro Monat eine Mrd. Euro verlieren. Daimler hat bereits ein milliardenschweres Sparprogramm aufgelegt und jüngst angekündigt, die Arbeitskosten um zwei Milliarden Euro senken zu wollen.

"Die Lage ist weiter angespannt", sagte Autoanalyst Georg Stürzer von Unicredit. Konkrete Schätzungen fürs vierte Quartal will er aber erst wagen, wenn heute die Absatzzahlen für den März veröffentlicht werden. Im Januar und Februar brachen die Verkäufe bei den Personenwagen um rund 30 Prozent ein. "Alles besser als minus 20 Prozent wäre schon eine positive Überraschung", sagt Frank Biller von der LBBW. Daimler habe in jedem Fall wieder Cash verbrannt, vermutlich nicht so viel wie im vorangegangenen Quartal.

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