Automobilindustrie
Amerikaner fahren mehr sparsame Autos

Wegen der hohen Benzinpreise fahren immer mehr US-Bürger sparsame Fahrzeuge. Vor allem Volkswagen und Mini können davon profitieren. Japanischen Herstellern nützt der Wandel bislang wenig.
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Detroit Teures Benzin lässt die US-Autokunden immer öfter zu kleineren und sparsameren Autos greifen. Im April wuchs der gesamte US-Fahrzeugmarkt um rund 18 Prozent auf 1,16 Millionen Stück. Aber das Wachstum bei den Benzinschleudern der Geländewagen (SUVs) und Pick-Ups blieb mit 14 Prozent deutlich zurück, während die eher sparsamen Personenwagen um fast 22 Prozent zulegten, wie aus Daten des Marktforschungsunternehmens Autodata hervorgeht. Der Preis für Benzin hat in den USA in manchen Bundesstaaten die Rekordhöhe vier Dollar pro Gallone (3,8 Liter) erreicht.

Der Schwenk zu sparsameren Autos nutzt VW, aber auch der BMW-Tochter Mini: VW legte um mehr als 23 Prozent zu, Mini wuchs sogar um fast 68 Prozent. Dagegen blieb die Marke BMW mit einem Plus von neun Prozent zurück. Auch Audi und Mercedes wuchsen deutlich unter Durchschnitt. Völlig losgelöst vom Thema Benzinverbrauch startete Porsche durch mit einem Absatzplus von 82 Prozent. Hintergrund ist die Neuauflage des Cayenne.

Ford Focus läuft gut in den USA

Auch die großen US-Hersteller spüren die Nachfrage nach sparsameren Wagen: Kleinere Fahrzeuge wie der auf den Opel Astra aufbauende Chevrolet Cruze und der Ford Focus liefen besonders gut. Selbst wenn größere Fahrzeuge wie der Pickup Ford F-150 bestellt wurden, orderten die Kunden öfter kleinere Motoren, etwa einen Sechszylinder statt des klassischen Achtzylinders. Bei den Geländewagen boomen die sogenannten Cross-over-Modelle: Sie sehen aus wie Geländewagen, sind aber eher aufgerüschte Pkw und damit deutlich sparsamer als echte Offroader. „Kraftstoffeffizienz wird in den USA ein immer stärkeres Verkaufsargument“, sagte der Präsident des deutschen Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann.

Stärkster Anbieter war im April wieder General Motors mit einem Plus von 27 Prozent auf 233.000 Autos, vor Ford (189.000, plus 16 Prozent) und dem schwächelnden Anbieter Toyota (160.00, plus vier Prozent). Auch andere japanische Hersteller wie Nissan oder Honda konnten das hohe Wachstumstempo des US-Automarktes nicht halten und wuchsen unterdurchschnittlich.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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