Automobilindustrie
Autovertrieb stützt den Porsche-Clan

Hilfe für den gebeutelten Sportwagenhersteller: Der östereichische Vertriebsarm meldet Rekordzahlen. Die in Österreich, Osteuropa und China tätige Handelsgruppe hat einen Umsatz von 13,7 Milliarden Euro erzielt. Derweil läuft die Suche nach einem Finanzinvestor weiter. Katar könnte VW-Optionen kaufen, hat aber noch nicht in Wolfsburg vorgesprochen.

STUTTGART/HAMBURG. Bei der verzweifelten Suche nach einer Lösung für die Finanzprobleme des Sportwagenbauers Porsche kommt der gebeutelten Eigentümerfamilie ein vergleichsweise gutes Jahresergebnis ihres österreichischen Vertriebsarmes zur Hilfe. Wie die Porsche-Holding in Salzburg gestern mitteilte, erzielte die vor allem in Österreich und Osteuropa, aber auch in China tätige Handelsgruppe einen Rekordumsatz von 13,7 Mrd. Euro - ein Plus von 6,4 Prozent im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr.

Europas größter Autohändler verkaufte trotz Branchenkrise von April 2008 bis März 2009 rund eine halbe Mrd. Fahrzeuge, was einem Plus von 0,7 Prozent entspricht. Rund 355 000 Autos entfielen auf Marken des VW-Konzerns. Damit verkaufte die Holding über fünf Prozent des gesamten Volkswagen-Absatzes.

Die Salzburger Holding gilt als Perle des Porsche-Besitzes und ihr Verkauf als Notfalloption, sollten andere Finanzierungsquellen ausscheiden. Wendelin Wiedeking, Chef des Sportwagenbauers Porsche in Stuttgart, spricht derzeit mit externen Investoren wie dem Emirat Katar. Allerdings scheint das Verhandlungsstadium weniger weit als von Porsche suggeriert. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, ist in Wolfsburg jedenfalls noch kein Investor vorstellig geworden, um in die Bücher von VW zu schauen. Ein solcher Schritt würde einen Beschluss des Vorstandes und wohl auch des Aufsichtsrates erfordern - beides liegt aber dem Vernehmen nach nicht vor.

Die Porsche-Familie hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die Importeursrechte für Österreich und später Osteuropa im Rahmen einer Einigung um die Ansprüche am von Ferdinand Porsche entwickelten VW Käfer erhalten. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges hat sich der Autoverkauf im Osten bis zum Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise als ungeahnte Goldgrube erwiesen.

Für großen Ärger innerhalb des Porsche-Clans sorgte im März allerdings der Zwang, kurzfristig Teile der Salzburger Holding an VW als Sicherheit für einen Kredit in Höhe von 700 Mio. Euro zu Gunsten der Porsche AG zu verpfänden. Der Sportwagenbauer, dessen Stammaktien ebenfalls im Familienbesitz sind, weist eine Finanzierungslücke von mindestens 1,75 Mrd. Euro auf - obwohl das Unternehmen bereits neun Mrd. Euro an Schulden drücken. Porsche-Chef Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter haben sich bei der Übernahme von Volkswagen verhoben. Porsche hält 51 Prozent an Europas größtem Autobauer. VW musste Wiedeking und Härter Ende März beispringen, als sich massive Probleme bei der Verlängerung der Kredite auftaten.

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