Automobilindustrie
Ford spielt europäische Karte

Der angeschlagene Autokonzern Ford will sein US-Geschäft mit sparsameren Fahrzeugen aus der Krise führen. Dafür will das Unternehmen auf seine europäische Modellpalette zurückgreifen. Produktionsverlagerungen in die USA soll es dabei nicht geben.

FRANKFURT. Der angeschlagene Autokonzern Ford will mit einem Griff in das europäische Modellregal sein US-Geschäft aus der Krise führen. Nach Informationen amerikanischer Branchenkreise plant der zweitgrößte US-Hersteller, in Nordamerika PKWs zu bauen, die bisher nur in Europa vom Band gelaufen sind. Ford-Boss Alan Mulally will so den angesichts hoher Benzinpreise angekündigten Schwenk des Autobauers hin zu sparsameren Modellen rasch in die Tat umsetzen.

Mulally zieht damit die Konsequenz aus der dramatischen Änderung des Kaufverhaltens der Nordamerikaner, die sich angesichts der Benzinpreiskrise die schweren Geländewagen und Pritschenwagen (Pick-ups), die immer noch Fords Kerngeschäft ausmachen, nicht mehr leisten können. Beobachter sehen darin einen Paradigmenwechsel: Jahrzehntelang setzten die amerikanischen Autobauer auf immer schwerere und besser ausgestattete Wagen. Ford, als besonders traditionell geltend, bediente gerade dieses Bedürfnis.

So gehörte fast die Hälfte aller verkauften Ford-Modelle in den USA in die Klasse der Spritfresser. Die Zulassungszahlen etwa des Pick-up-Trucks der F-Klasse, lange das beliebteste US-Modell überhaupt, sind aber stark rückläufig. Kleinwagen dagegen stehen bei den Käufern hoch im Kurs.

Mulallys Strategieschwenk ist daher nachvollziehbar. Laut Medienberichten erwägt er, neben dem Fiesta und dem Transporter Transit Connect, die in den nächsten zwei Jahren auf den US-Markt kommen, auch die nächste Generation des europäischen Kompaktwagens Focus sowie des Mittelklassewagens Mondeo in einer US-Version in Nordamerika zu produzieren. Zwar gibt es bereits einen Ford Focus in den USA; er hat aber mit seinem europäischen Namensvetter nichts zu tun.

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