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Automobilindustrie: Freudenberg sieht lange Krise

Das Management der Weinheimer Unternehmensgruppe Freudenberg sieht die deutsche Automobilindustrie vor grundlegenden Umwälzungen. Frühestens in sechs Jahren könnten die Auto-Absatzzahlen wieder das Niveau von 2007 erreichen. Wie das Unternehmen mit Innovationen versucht, die Krise der Automobilkunden wettzumachen.

Die Konkurrenz aus China, Indien, Russland und Brasilien droht den etablierten Automobilnationen USA, Europa und Japan ihren Rang streitig zu machen. Quelle: dpa
Die Konkurrenz aus China, Indien, Russland und Brasilien droht den etablierten Automobilnationen USA, Europa und Japan ihren Rang streitig zu machen. Quelle: dpa

FRANKFURT. "Es ist fahrlässig, in der Automobilbranche einfach nur auf ein Ende der Krise zu hoffen", warnte Peter Bettermann, der Vorsitzende der Geschäftsführung, in Frankfurt: "Die Exportchancen der deutschen Automobilindustrie sinken und werden künftig maßgeblich von ihrer Innovationsfähigkeit abhängen."

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Freudenberg ist mit rund 35 000 Mitarbeitern eines der größten deutschen Familienunternehmen. Die Gruppe erzielt rund 37 Prozent ihres Umsatzes mit der Erstausstattung von Fahrzeugen, unter anderem mit Schwingungs- und Dichtungstechnik.

"Es wird sicherlich fünf bis sechs Jahre dauern, bis der Fahrzeugabsatz wieder das Niveau von 2007 erreicht hat", sagte Jörg Sost, Mitglied der Unternehmensleitung. Dann würden Europa, USA und Japan aber nicht mehr die frühere Rolle spielen, China, Indien sowie Russland und Brasilien an Bedeutung gewinnen. "Dort wird die Produktion aber lokalisiert, der Fahrzeugimport spielt keine große Rolle mehr", prognostizierte Sost.

Freudenberg selbst versucht bereits mit Innovationen gegenzusteuern. So arbeiten die Experten unter anderem an alternativen Antrieben mit wie der Lithium-Ionen-Batterie für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. "Wir wollen zwar den Umsatzanteil der Automobilbranche reduzieren, wir geben aber unsere Automobilkunden nicht auf", sagte Sost.

Dennoch hat die Krise der wichtigsten Kundengruppe auch Freudenberg im vergangenen Jahr empfindlich getroffen. "Den Vorsprung, den wir uns in den ersten drei Quartalen erarbeitet hatten, haben wir im vierten Quartal komplett verloren", sagte Bettermann. Entsprechend drückt das Unternehmen nun auf die Kostenbremse. So werden die Investitionen auf nur noch zehn bis 20 Prozent des Vorjahreswertes zurückgefahren. Allerdings lag dieser mit 319 Mio. Euro auch verhältnismäßig hoch, da in Gebäudeerweiterungen investiert werden musste. Das sei abgeschlossen, und für neue Anlagen gebe es derzeit keinen Bedarf, so Bettermann.

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