Automobilindustrie
General Motors behält Saab nun doch

Der angeschlagene US-Autokonzern General Motors (GM) steht zu seiner defizitären schwedischen Marke Saab. „Ein Verkauf kommt nicht in Frage“, sagte GM-Vorstand Bob Lutz in Genf. Das habe nun auch der Großaktionär Tracinda akzeptiert. Dessen Vertreter Jerome York hatte von GM im Januar in Detroit gefordert, die schwedische Marke zu veräußern.

hof GENF. Durch den weltweiten Entwicklungs- und Produktionsverbund sei Saab untrennbar mit anderen Marken des Konzerns verwoben, erläuterte Lutz die Entscheidung: „Das habe ich York erklärt, und er versteht die Situation nun besser.“ Er sei zuversichtlich, dass Saab in den kommenden Jahren profitabel werde.

Die Marke leidet unter zu geringen Verkaufszahlen und unter der Dollarschwäche. Von den im vergangenen Jahr rund 140 000 verkauften Saabs ging ein großer Teil in die USA. Die Abhängigkeit von Währungsschwankungen will Lutz senken, indem er Saab-Modelle auch in den USA produzieren lassen will. „Unsere neue Strategie macht das möglich“, sagte Lutz.

Helfen soll Saab in den kommenden Jahren eine dritte Modellreihe. Eine Mischung aus sportlichem Geländewagen und Limousine kündigte GM-Europachef Carl Peter Forster in Genf an. Einen Termin für die Markteinführung des Fahrzeugs, das in Europa und den USA angeboten werden soll, wollte er nicht nennen.

Forster sagte, dass Saab mittlerweile auch bei weniger als 200 000 verkauften Autos im Jahr die Gewinnschwelle erreichen kann. 2005 hat GM in Europa hauptsächlich durch das Minus des schwedischen Autobauers Verluste von 375 Mill. Dollar eingefahren. Dagegen hat die Konzerntochter Opel nach einer massiven Restrukturierung, die allein in Deutschland rund 10 000 Stellen gekostet hat, 2005 fast keine Verluste mehr geschrieben.

Der Druck vor allem auf die deutschen Standorte wird laut Lutz dennoch anhalten: „Die Frage wird in Zukunft nicht heißen: hoch bezahlte oder niedriger bezahlte Jobs, sondern niedrig bezahlte oder keine.“

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