Automobilindustrie: Hyundai stößt frontal mit Audi zusammen

Automobilindustrie
Hyundai stößt frontal mit Audi zusammen

Getragen vom Elan des vergangen Geschäftsjahres, kündigt der Autokonzern Hyundai an, seinen Fahrzeug-Absatz um knapp 20 Prozent zu steigern. Mit ihrem TV-Werbespot und dem Slogan "Wir sind besser als das beste deutsche Auto." haben es die Südkoreaner besonders auf den Audi -Konzern abgesehen.

TOKIO. Der südkoreanische Autokonzern Hyundai erzielte im Gesamtjahr 2007 ein Gewinnplus von gut zehn Prozent. Der laufende Abwärtstrend der Landeswährung Won gegenüber dem Dollar animierte zudem das Unternehmen dazu, erstmals wieder einen durch und durch optimistischen Ausblick zu bieten. Der Fahrzeug-Absatz soll um knapp 20 Prozent steigen, der Umsatz um 15 Prozent. Besonders stark will Hyundai auf dem US-Markt wachsen.

Der größte koreanische Autohersteller will künftig verstärkt in der Oberklasse angreifen und folgt damit der japanischen Konkurrenz: Toyota mit dem Lexus und Nissan mit dem Infiniti. Die Hyundai -Variante des Oberklassemodells heißt Genesis, und die Fernsehwerbung in Korea zeigt bereits, wem das Unternehmen Marktanteile abjagen will. Der TV-Spot zeigt einen Frontalzusammenstoß des neuen Genesis mit einem Audi A8. Hinterher sieht - jedenfalls in den ausgewählten Kameraeinstellungen - das deutsche Auto zerbeulter aus als das koreanische.

"Wir übertreffen ein europäisches Luxusauto", heißt der Werbetext und eine Einblendung im Hintergrund lautet: "Wir sind besser als das beste deutsche Auto." Der Genesis ist seit zwei Wochen mit einem Sechs- und einem Achtzylindermodell in Korea auf dem Markt. Im Spot prallen die Autos angeblich mit einer Geschwindigkeit von zusammen gerechnet 100 Stundenkilometern aufeinander. "Das Testzentrum war über die Sicherheit des Genesis erstaunt", lässt sich ein Hyundai -Manager zitieren.

Nur ein Drittel der Produktion ist für Korea bestimmt, weswegen die Wechselkurse das Geschäft stark beeinflussen. "In den vergangenen Jahren war die Währung Gift für die Gewinne", sagt Analyst Hyun Hye-Jung von Woori Credit Suisse. "Mit dem fallenden Won-Kurs sieht es jetzt aus wie ein Vorteil." Wenn der Won fällt, sind Hyundai -Produkte im Ausland preiswerter, während der zurückgeholte Gewinn steigt. Nach einem Nettogewinn von 1,7 Bill. Won (1,2 Mrd. Euro) im vergangenen Jahr strebt Hyundai eine Steigerung um 20 Prozent an. Der operative Gewinn soll dabei von 1,8 Bill Won im Jahr 2007 um 6,5 Prozent steigen. Die operative Gewinnmarge liegt bei sechs Prozent - eine Verbesserung von 1,5 Prozentpunkten gegenüber 2006.

Finn-Robert Mayer-Kuckuk
Finn Mayer-Kuckuk
Handelsblatt / Korrespondent Peking
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