Automobilindustrie
Streik bei Delphi rückt näher

Die amerikanische Automobilgewerkschaft UAW hat in der Auseinandersetzung mit dem insolventen Zulieferer Delphi ihre Vorbereitungen für einen Streik abgeschlossen. Damit setzt sie den Autobauer General Motors (GM) weiter unter Druck. Der Autokonzern versucht derzeit in laufenden Verhandlungen mit seinem insolventen Zulieferer, einen für GM bedrohlichen Arbeitskampf noch abzuwenden.

hz FRANKFURT. Der US-Hersteller stellte Ende vergangener Woche erstmals eine gütliche Einigung innerhalb der nächsten 30 Tage in Aussicht. Brett Hoselton, Analyst bei Key Banc Capital Markets hält nun eine Lösung am Verhandlungstisch bis Anfang Juni für wahrscheinlich.

Ein längerer Streik bei Delphi würde GM wahrscheinlich in die Insolvenz treiben. Der Konzern ist mit seinem ehemaligen Tochterunternehmen immer noch finanziell eng verbunden und bezieht die meisten seiner Bauteile von Delphi. Ende der vergangenen Woche hatte der Insolvenz-Richter seine erste Anhörung über die strittigen Anträge des US-Zulieferers abgeschlossen, die Tarifverträge von Delphi in den USA mit seinen Gewerkschaften auflösen zu dürfen. Sollte Richter Robert Drain in den kommenden Wochen im Sinne der Firma entscheiden, stellte die UAW einen Streik bei dem wichtigsten Zulieferer des Automobilkonzerns in Aussicht. Bob Schulz, Auto-Analyst der Ratingagentur Standard & Poor's hält einen Kompromiss zwischen den Parteien aber trotz der UAW-Abstimmung für wahrscheinlich. „Das gehört zur Drohkulisse“, sagte Schulz.

Das endgültige Ergebnis der Urabstimmung der UAW bei Delphi lag bei Andruck dieser Aussage noch nicht vor. Erste Auszählungen in einzelnen Delphi-Werken ließen aber den Schluss zu, dass die Mitarbeiter einem Arbeitskampf ihr Plazet erteilt hatten. Die UAW stellt sich damit auf Pläne von Delphi ein, nach Auflösung der Verträge die Stundenlöhne seiner 33 000 Arbeiter in den USA um knapp 40 Prozent zu kürzen.

GM sei optimistisch, dass ein Streik bei Delphi noch vermieden werden könne, betonte Ende der vergangenen Woche GM-Finanzchef Fritz Henderson bei einem Treffen mit Analysten, wie Teilnehmer berichteten. GM-Chef Rick Wagoner hatte wenige Tage zuvor von Fortschritten bei den Gesprächen gesprochen, aber keine Angaben gemacht, wann das Problem gelöst sein könnte. Die Verhandlungen mit Delphi zur Vermeidung eines Streiks hätten für den US-Autobauer jedoch oberste Priorität, betonte Wagoner. Nach der Anhörung vor Gericht drängte Richter Drain Gewerkschaft und Unternehmen, in weiteren Gesprächen eine gütliche Einigung zu suchen. Der Richter hat mindestens einen Monat Zeit zu entscheiden. Er kann aber auch längere Zeit warten, um dem Unternehmen und der Gewerkschaft mehr Zeit für einen Kompromiss zu geben.

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